HAMSTERKÄUFE WEGEN CORONA

Was gibt das Netto-Lager noch her?

Wegen der Corona-Pandemie sind in manchen Supermärkten teilweise Regale leer. Werden bestimmte Lebensmittel absehbar knapp? Der Nordkurier hat bei Netto in Stavenhagen nachgefragt.
Vom Netto-Zentrallager in Stavenhagen aus fahren jetzt zehn Prozent mehr Lkw als normalerweise zu den 141 Märkten, um War
Vom Netto-Zentrallager in Stavenhagen aus fahren jetzt zehn Prozent mehr Lkw als normalerweise zu den 141 Märkten, um Waren zu liefern. Eckhard Kruse
Stavenhagen ·

Von panischen Hamsterkäufen in Supermärkten wegen der Corona-Pandemie ist man im Nordosten scheinbar noch ein Stück entfernt. Das sei hierzulande noch nicht so schlimm wie in anderen Teilen Deutschlands, meinte eine Verkäuferin in Malchin. Die Leute würden erst langsam anfangen, sich einzudecken. Dennoch waren auch schon vor der Schließung aller Schulen und Kitas durch die Schweriner Landesregierung in verschiedenen Märkten deutlich gelichtete Regale zu sehen, vor allem bei Erbsen- und Bohnen-Konserven, Rote-Beete-Gläsern, Eintöpfen in Büchsen sowie günstigen Nudeln und Toilettenpapier. Aber das sollen nur vorübergehende Engpässe sein. Muss sich der Kunde also keine Sorgen machen?

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Das Zentrallager des schwarz-gelben Nettos in Stavenhagen könne jedenfalls noch für ausreichend Nachschub sorgen, versichert das Unternehmen. Doch sei die Lage auch hier zu spüren. „Auch Netto bemerkt eine höhere Nachfrage für beispielsweise Konserven und Toilettenpapier“, erklärte Pressesprecher Malte Hennecke auf Anfrage des Nordkurier. Diesem verstärkten Bedarf könne das Lager aber nachkommen. Nur vereinzelt seien bestimmte Produkte unter Umständen kurzfristig vergriffen. Die Regale würden wieder aufgefüllt. Von der Reuterstadt aus werden 141 Märkte der Discounter-Kette beliefert.

Notfallplan zur Absicherung der Versorgung

Im Moment verlassen etwa zehn Prozent mehr Lkw das Lager in Stavenhagen als in normalen Zeiten. „Wir wickeln mehr als 90 Prozent innerhalb der bestehenden Tourenplanung ab“, so Hennecke. Grund für Befürchtungen, dass Lebensmittel knapp werden könnten, sehe er derzeit nicht. Aktuell sei das nicht absehbar. „Wir sehen weder bei Lieferanten noch bei uns Engpässe auf uns zukommen.“ Das sei der momentane Stand. Aber man kennt auch die rasante Entwicklung der Corona-Krise. So habe Netto bereits einen Notfallplan ausgearbeitet.

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Details lässt Hennecke offen, beruhigt aber. „Netto ist sich dabei seiner besonderen Verantwortung bezüglich der Sicherstellung der Warenversorgung der Bevölkerung bewusst“, erklärt er. Die Aufhebung des Sonntagsfahrverbotes für Lkw könne natürlich grundsätzlich bezüglich der Flexibilität in Disposition und Logistik helfen, sowohl Lagerstandorte als auch Märkte zu beliefern. „Das ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht betriebskritisch“, betont der Sprecher. Heißt offenbar so viel, dass sonntags noch nicht zwingend ausgefahren werden muss.

Bitte um Abstand an der Kasse

Unterdessen sei Netto zudem vorbereitet auf den Fall der Fälle. Sollte innerhalb des Unternehmens jemand erkranken, werde man umgehend reagieren und eng mit dem örtlichen Gesundheitsamt zusammenarbeiten. „Zum Schutz aller Mitarbeiter und Kunden werden im Falle des Falles Mitarbeiter, die mit dem Erkrankten in Kontakt standen, sich präventiv in häusliche Quarantäne begeben“, so Hennecke. An den Kassen der Märkte, wie zum Beispiel in Stavenhagen, sind indes Warnzettel angebracht, mit denen Kunden aufgefordert werden, Abstand zu Personal und anderen Kunden zu halten.

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