Mit ihrer Handykamera hat Kerstin Schlungbaum den Moment festgehalten, als sie einen lauten Knall auf dem Malchiner See h&ouml
Mit ihrer Handykamera hat Kerstin Schlungbaum den Moment festgehalten, als sie einen lauten Knall auf dem Malchiner See hörte, Wasser in die Höhe spritzte und Rauch aufstieg. privat
Beobachtung

Was ist da auf dem Malchiner See explodiert?

Um Ruhe und Landschaft zu genießen, war eine Frau am kleinen Strand von Seedorf unterwegs. Was sie dort zu sehen und zu hören bekam, beschäftigt sie bis heute.
Seedorf

Der Schreck saß ihr noch Stunden später in den Gliedern. Sie wollte nur die Ruhe genießen, den Blick schweifen lassen auf den Malchiner See und das eine oder andere Foto machen von der idyllischen Landschaft. Kaum hatte Kerstin Schlungbaum am kleinen Seedorfer Strand ihr Handy aus der Tasche geholt, gab es auf der anderen Seite des Sees einen riesigen Knall. Wasserfontänen spritzen in die Luft, Rauch stieg auf.

Mehr zum Thema: Neue Theorien zur Explosion auf dem Malchiner See

„Ich dachte, ich trau meinen Augen nicht. Es war wie eine Explosion“, erzählt die Pasewalkerin, für die Seedorf zu so etwas wie einer zweiten Heimat geworden ist. Seit vielen Jahren hat sie hier einen Bungalow in der Anlage „Hüttenkoppel“ und kommt – wann immer es die Zeit erlaubt – zum Aus- und Entspannen an den Malchiner See.

Schon einige Wochen zurück

Das angsteinflößende Erlebnis am Seedorfer Strand liegt schon einige Wochen zurück. Es war am 2. April. Am nächsten Tag sei sie mit Nachbarn in der Ferienanlage ins Gespräch gekommen, die den lauten Knall auch gehört hatten. Für Aufklärung konnten aber auch sie nicht sorgen. In den nächsten Tagen habe sie gehofft, dass dieses Ereignis in irgendeiner Weise für Schlagzeilen sorgt und an die Öffentlichkeit gelangt. Passiert ist das aber nicht. Das Erlebte lässt die 57 Jährige nicht los. Ihr war es am 2. April sogar gelungen, ihre Beobachtungen auf einem Bild festzuhalten. „Im ersten Moment habe ich gedacht, dass auf der anderen Seite möglicherweise eine Gasflasche in einem Bootshaus explodiert ist“, spekuliert die Pasewalkerin.

An dem Tag kein Feuerwehreinsatz

Die Gemeindefeuerwehr Schorssow/Bristow kann das nicht bestätigen. „Wenn so etwas passiert wäre, dann wären wir mit Sicherheit alarmiert worden. Aber es gab an diesem Tag keinen Einsatz bei uns“, sagt der Schorssower Ortswehrführer Gerd Freitag. Auch in Gesprächen mit Freunden und Bekannten habe er nichts davon gehört. Dass hier möglicherweise ein Fischräuber sein Unwesen getrieben und verbotenerweise mit Sprengstoff auf Beutezug gegangen ist, das schließt man in der Dahmener Fischerei aus. „So etwas hat es hier seit vierzig Jahren nicht gegeben“, heißt es aus dem Betrieb und verweist diese Vermutung in das Reich der Gerüchte. Was hier tatsächlich geschehen ist, das würde Kerstin Schlungbaum dennoch gerne wissen. „Vielleicht gibt es ja noch weitere Zeugen, die sich an diesen lauten Knall erinnern und eine Erklärung liefern können, was da am 2. April auf dem Malchiner See passiert ist“, hofft sie.

Heimweh - der Newsletter für Weggezogene

Der wöchentliche Überblick für alle, die den Nordosten im Herzen tragen. Im kostenfreien Newsletter erzählen wir jeden Montag die Geschichten von Weggezogenen, Hiergebliebenen und Zurückgekehrten und zeigen, wie die Region sich weiterentwickelt.

Jetzt schnell und kostenfrei anmelden!

zur Homepage