RETTUNGSEINSATZ

Was steckte hinter den SOS-Zeichen auf dem Kummerower See?

Mehrere Feuerwehren eilten am Wochenende zu später Stunde zu einer vermeintlichen Unglücksstelle 800 Meter vor Sommersdorf . Doch der Einsatz wurde ergebnislos abgebrochen. Auch am Montag wusste noch niemand, was denn nun passiert war. Bis ein Urlauber an der Aalbude auffiel.
Mit ihren Rettungsbooten eilten die Feuerwehren zu der beschriebenen Unglücksstelle. Doch fanden sie weder ein gekenterte
Mit ihren Rettungsbooten eilten die Feuerwehren zu der beschriebenen Unglücksstelle. Doch fanden sie weder ein gekentertes Boot, noch Personen, die über Bord gegangen waren. Marc Reinhardt
Ratlosigkeit auch bei Sanitätern und Feuerwehrleuten an Land, was da draußen auf dem Wasser passiert sein könn
Ratlosigkeit auch bei Sanitätern und Feuerwehrleuten an Land, was da draußen auf dem Wasser passiert sein könnte. Marc Reinhardt
Neukalen.

Für die Rettungskräfte ist es ein besonders heikles Szenario: Die Dunkelheit setzt ein und irgendwo auf den Weiten des Kummerower Sees ist ein kleines Boot gekentert. Um 22.03 Uhr erreichte die Feuerwehren am Wochenende der Alarm. Am Freitagabend konnte ein Zeuge die Stelle anhand von Koordinaten genau beschreiben, an der es passiert sein sollte. Zwischen Sommersdorf und Verchen – etwa 800 Meter vom Ufer entfernt – sei ein Kanu mit mehreren Personen umgekippt, schilderte der Beobachter am Telefon der Rettungsleitstelle, die sofort einen Großeinsatz der Feuerwehren auslöste. Was hier wirklich geschehen war, blieb auch am Montag zunächst noch unklar. Die Retter hatten ihren Einsatz nach etwa zwei Stunden ergebnislos abgebrochen, nachdem auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera keine Menschen im Wasser entdecken konnte. Alles nur falscher Alarm? Hatte sich vielleicht sogar jemand nur einen bösen Scherz erlaubt?

In der Rettungsleitstelle in Neubrandenburg konnte die Frage am Montag auch niemand beantworten. Hier werde lediglich der Notruf entgegengenommen und dann werden die Einsatzkräfte alarmiert, berichtet Kreissprecherin Haidrun Pergande. Wie der Einsatz dann weiter verläuft, werde vor Ort entschieden. Auch die an der Rettungsaktion beteiligten Feuerwehren aus Malchin, Neukalen, Demmin und vom Ostufer des Kummerower Sees hatten am Montag noch keine Informationen darüber, warum sie nun am Wochenende ausrücken mussten.

Vom Angelboot aufgenommen

Ein Spaß war das jedenfalls nicht. An der Aalbude erzählte am Wochenende ein Urlauber mehreren Gästen, was ihm am späten Freitagabend passiert war. Und das klang dann so: Sein Kanu sei auf dem See zur Seite gekippt. Allein im Wasser habe er panische Angst bekommen. Mit einer Taschenlampe habe er versucht, Zeichen zu geben. Am Ufer von Sommersdorf hatte der Zeuge diese Lichtzeichen offenbar als SOS-Hilferuf gedeutet und die Rettungsleitstelle informiert. Noch bevor die Feuerwehren an der Unglücksstelle eintrafen, war der Mann aber von einem Angelboot an Bord genommen worden, das dann auch das Kanu an den Haken nahm. Von der Rettungsaktion hat der Urlauber offenbar gar nichts mitbekommen. Er trocknete an der Aalbude seine Sachen. Lediglich sein Hut und seine Sandalen seien auf dem Wasser verloren gegangen.

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