Corona fordert die Pastoren wieder zu Weihnachten heraus. Regionalpastor Alexander Uhlig wird in seiner Kirchengemeinde Dargun
Corona fordert die Pastoren wieder zu Weihnachten heraus. Regionalpastor Alexander Uhlig wird in seiner Kirchengemeinde Dargun am Heiligabend mit der Krippe zu kleinen Andachten im Freien über die Lande ziehen. 12 Stationen will er ansteuern, so der Plan aus heutiger Sicht. Kirsten Gehrke
Corona-Regeln

Was wird zu Weihnachten aus den Gottesdiensten?

Es ist wie ein Déjà-vu für die Kirchengemeinden in der Region. Sie können das zweite Jahr in Folge ihre Weihnachtsgottesdienste nicht so feiern, wie gewohnt.
Dargun

Im vergangenen Corona-Jahr hatten viele Politiker gesagt, Weihnachten werde wieder, wie wir es kennen. „Wir haben es selbst glauben wollen“, sagt Alexander Uhlig, Regionalpastor in der Kirchenregion Mecklenburgische Schweiz. „Doch nun ereilt es uns wieder. Wir sind in der gleichen Situation, sogar in einer schlimmeren.“ Denn ein Faktor sei hinzugekommen. Geimpft oder nicht geimpft, das führe zur Spaltung. „Es ist frustrierend für uns“, gibt Uhlig zu. Sehr viele seiner Pastoren-Kollegen seien wie er traurig darüber. Obwohl er persönlich die Impfkampagne voll unterstütze und Impfen als einzigen schnellen Weg aus der Pandemie sehe, wolle er niemanden ausschließen. Gerade am Heiligen Abend zieht es mehr Menschen in die Kirchen als an anderen Tagen.

Gemeinden gehen damit recht unterschiedlich um

Zu einem Brief des Rates der Deutschen Bischofskonferenz, in dem den Kirchengemeinden 2-G zu Weihnachten empfohlen wird, habe nicht nur er eine andere Meinung. „3-G ist nicht angenehm, aber eine Option“, meint Uhlig. So könnten sich Ungeimpfte zumindest testen lassen und würden nicht an der Kirchentür abgewiesen. Falls sich eine Kirchengemeinde doch für 2-G entscheide, werde dies ein Extra-Angebot sein für die, die vor Kontakten Angst haben oder besonders gefährdet sind. Gedanken haben sich alle Kirchengemeinden bereits gemacht, wie Weihnachten dieses Jahr aussehen soll. Die meisten greifen auf das vom Vorjahr zurück. Die einen öffnen nur die Kirchen am Heiligabend mit Orgelspiel, Lesen der Weihnachtsgeschichte und schriftlicher Andacht, andere ziehen zu kleinen Gottesdiensten nach draußen oder wagen es unter 3-G in den Kirchen. Sich wieder umstellen zu müssen, sei für alle ein Schock gewesen. „Alle haben mit Präsenz geplant“, sagt Uhlig. Nun standen sie wieder vor der Frage, was tun?

Radiogottesdienst wurde bereits aufgenommen

Die Kirchengemeinderäte hätten inzwischen alle getagt und sich unter Vorbehalt überlegt, wie sie verfahren wollen. Im Konvent habe Carsten Altschwager aus der Kirchengemeinde Gielow die Idee gehabt, einen Radiogottesdienst zu produzieren. Der wurde in dieser Woche in Teterow aufgenommen, weil es dort die entsprechende Technik gibt. Verschiedene Pastoren der Kirchenregion gestalteten diesen Gottesdienst, der um 18 Uhr am Heiligabend im Malchin-Radio auf der UKW-Frequenz 98,7 gesendet wird.

Mehrere kurze Christverspern geplant

In der Teilregion Gnoien werde indes an den Präsenz-Gottesdiensten festgehalten. In Gnoien seien mehrere kurze Christvespern in 3-G geplant. In den Dorfkirchen werde Unterschiedliches erwogen – von Open Air, 3-G, 2-G bis notfalls nur offene Kirche. Das soll bis zum 17. Dezember final entschieden werden. Uhlig hingegen greift in seiner Kirchengemeinde Dargun die Idee aus dem vergangenen Jahr auf und fährt wieder über die Dörfer, diesmal nicht nur mit seinem Sohn. Bürgermeister Sirko Wellnitz will als Chauffeur den Pastor mit dem Weihnachtsmobil der Stadt zu den 12 Stationen bringen, wo auch Gemeindepädagoge Timo Haunschild und Uhligs Mutter bei den kleinen Andachten draußen dabei sein werden. In Teterow sind hingegen vier kurze Christvespern in der Kirche geplant sowie die traditionelle Christvesper unter 3-G mit Eintrittskarten. In Neukalen soll wieder draußen der Heiligabend gefeiert werden. Die Kirchengemeinde Thürkow-Warnkenhagen plant unter anderem in Thürkow einen Weihnachtsweg, der an der Kirche starten und zu verschiedenen Stationen führen soll. Für die 3-G-Gottesdienste am 24. Dezember in der Gemeinde Rittermannshagen-Gielow werde um Anmeldung gebeten, um abschätzen zu können, wie viele Leute kommen wollen.

In den Kirchengemeinden Stavenhagen und Ivenack hat man sich unterdessen entschieden, am Heiligen Abend keine Gottesdienste im eigentlichen Sinn zu halten. „Wir werden es so ähnlich wie die Malchiner machen und die Kirchen öffnen“, sagte der Stavenhagener Pastor Kristian Herrmann. Die Kirchen würden in Jürgenstorf, Stavenhagen und Ivenack offen sein. Kirchengemeinderäte, Ehrenamtliche und auch er selbst würden für Gespräche bereit stehen.

 

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