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Gutshaus im Dornröschenschlaf

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„Weißes Haus“ ist Voßhagenern Dorn im Auge

Das Gutshaus Voßhagen versteckt sich hinter Sträuchern, aber es soll irgendwann aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden, so verspricht es der Besitzer.
Das Gutshaus Voßhagen versteckt sich hinter Sträuchern, aber es soll irgendwann aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden, so verspricht es der Besitzer.
Kirsten Gehrke

Das Gutshaus in Voßhagen befindet sich im Dornröschenschlaf und droht zu verfallen. Die Anwohner glauben nicht mehr so recht an eine Sanierung. Doch der prominente Eigentümer verspricht, dass er es nicht liegen lassen werde.

Eigentlich ist Voßhagen ein schönes Dorf, sagen die Anwohner. Ja, wenn da nicht das „Weiße Haus” wäre. Das ehemalige Gutshaus des Dorfes bei Stavenhagen ist hinter Gestrüpp kaum noch zu sehen und verfällt zusehends. Die weiße Farbe an der Fassade, die einst dem Gebäude seinen Namen gab, ist abgeblättert. Manche Voßhagener befürchten, dass ihnen bei starkem Westwind irgendwann die Fasern vom Wellasbest des Daches um die Ohren fliegen. Kurzum: Das Gutshaus macht gerade keinen schönen Eindruck.

So richtig glauben die Einwohner nicht mehr daran, dass sich sobald etwas tut. Seit Jahren schauen sie schon voller Sorge auf das Haus. Sie verbinden viele Erinnerungen damit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier zunächst Flüchtlinge untergebracht. Zu DDR-Zeiten sei es Treffpunkt gewesen, im Saal habe man getanzt und Hochzeiten gefeiert. Bis nach der Wende haben auch noch Leute drin gewohnt. Dann stand es leer. Jetzt scheint es, dass es sich im Dornröschenschlaf befindet. Das „Weiße Haus” sehe jämmerlich aus.

Ein Maltzahn hat das Herrenhaus gekauft

Seit einigen Jahren gehört das Herrenhaus Helmuth Freiherr von Maltzahn. Der verspricht, dass das Gebäude aus dem Dornröschenschlaf geweckt wird. Die Voßhagener sollen nur ein wenig Geduld haben. Es werde nicht liegen gelassen. Nur mit der Sanierung könne er erst richtig beginnen, wenn er das Geld dafür habe. Es sollen mal zwei große Wohnungen entstehen. Den Mietern wolle er Jagdmöglichkeiten bieten. In seinen Vorstellungen weiß er schon, wie alles mal aussehen soll. „Nur geht das alles nicht so schnell”, sagt von Maltzahn. Es koste unheimlich viel Kraft und Zeit. In vier Dörfern in Mecklenburg habe er Gutsanlagen schon gerettet, so viel wie kein Zweiter. In Tressow bei Ulrichshusen habe es 18 Jahre gedauert, in Ulrichshusen zehn, in Gützkow bei Altentreptow sei er immer noch dabei, eins nach dem anderen zu machen.

Das Herrenhaus in Voßhagen habe er jetzt erst sechs Jahre. „Ich bin nicht Rockefeller”, meint er. Deshalb müsse er aufpassen und haushalten. Es sei in der Sache keinem geholfen, wenn er in die Knie gehe. Er versichert aber, dass das Haus in Voßhagen in „den richtigen Händen” sei. Zumal er verwandtschaftlich eine familiäre Verpflichtung habe, wenn er nach Rottmannshagen, Zettemin, Pinnow oder Duckow schaue. Wenn Voßhagen mal fertig sei, werde es ein wunderbares Dorf sein. Darauf werde er hinarbeiten. „Die größte Geduld muss ich wohl haben”, sagt er. Aber er wünsche sich auch von den Voßhagenern, dass sie geduldig sind.