KLÄRANLAGE

Stavenhagen stinkt jetzt etwas weniger

Zum ersten Mal schätzt ein Einwohner ein, dass sich die heftigen Gerüche aus der Stavenhagener Kläranlage reduziert haben. Andere sind da noch skeptisch. Der Wasserzweckverband verspricht aber weitere Maßnahmen zur Gestanksminderung.
Der Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen hat schon viele Gelder eingesetzt, um die Gerüche der Kläranlage zu minim
Der Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen hat schon viele Gelder eingesetzt, um die Gerüche der Kläranlage zu minimieren. Eckhard Kruse
Der Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen möchte die Gerüche der Kläranlage weiter minimieren.
Der Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen möchte die Gerüche der Kläranlage weiter minimieren. Eckhard Kruse
Dirk Kettner vom Zweckverband versprach eine separate Messung der Luftströme.
Dirk Kettner vom Zweckverband versprach eine separate Messung der Luftströme. Kirsten Gehrke
Rainer Plötz mahnte eine weitere Reduzierung des Gestanks an.
Rainer Plötz mahnte eine weitere Reduzierung des Gestanks an. Eckhard Kruse
Stavenhagen.

Der heftige Klärwerksgestank zieht offenbar nicht mehr ganz so häufig durch die Reuterstadt Stavenhagen wie in den vergangenen Jahren. Das schätzte der Stavenhagener Robert Kind ein. Er wohnt sehr dicht am Klärwerk des Wasserzweckverbands Malchin-Stavenhagen (WZV) in der Schultetusstraße, konnte in den vergangenen Tagen das Klärwerksgelände wieder einmal begehen und meinte danach: „Es ist weniger geworden.“ „Wenn es so bleibt, wäre ich froh“, ergänzte Robert Kind in der Verbandsversammlung des WZV.

In der Nacht stinkt es

Dennoch stinkt es immer noch in manchen Nächten in der Schultetusstraße, am Reuterplatz, in der Basepohler Straße und manchmal auch darüber hinaus. Zuletzt roch Wolfram Knabe aus der Basepohler Straße die ekligen Klärwerksgerüche Mitte Dezember. Sie krochen des nachts durch das angekippte Fenster und weckten ihn morgens gegen 1 Uhr. Und so mahnte auch sein Nachbar Rainer Plötz in der Einwohnerfragestunde der Verbandsversammlung: „Die Geruchsbelästigung ist weiter ein Problem.“ Er wollte wissen, welche Konzepte der Wasserzweckverband gegen die Gerüche hat.

Weitere Maßnahmen geplant

Der Zweckverband hatte schon mehr als 400 000 Euro in die Hand genommen, um die Ursachen herauszufinden und Geruchsquellen auszuschließen. Biofilter wurden erneuert, Prüfer waren vor Ort, Anlagen wurden gezielt ausgeschaltet, um Unterschiede feststellen zu können. Zuletzt habe der Verband nach Aussage von Dirk Kettner, Leiter Betrieb, die Absauganlage erweitert. „Wir haben insgesamt auch den Eindruck, dass es besser geworden ist“, erläuterte er. Es gebe nicht mehr so viele Beschwerden wie zwei Jahre zuvor. Über Wochen und Monate melde sich gar kein Anwohner, dann seien es wieder zwei bis drei Beschwerden. „Wir denken auch, dass die Maßnahmen schon wirksam waren“, sagte er. Dennoch habe der Verband weitere Maßnahmen geplant.

Haben viele Anwohner schon resigniert?

Anfang Dezember seien Vertreter einer Anlagenbauerfirma aus Hessen in Stavenhagen gewesen, erläuterte Kettner weiter. Sie machten nach seiner Einschätzung einen kompetenten Eindruck. Der Verband habe mit der Firma die Vorgehensweise abgestimmt, um die Gerüche weiter systematisch auszuschließen. „Wir wollen die einzelnen Gasströme messen“, sagte er. Dabei werde der Abluftgehalt ermittelt. Wenn die Ergebnisse vorliegen, könne man entscheiden, ob man die eine oder andere starke Abluftquelle noch einmal separat vorbehandelt. Dadurch würde sich dann auch die Intensität der Abluft verringern, die zuletzt durch die Biofilter geleitet und an die Umgebung abgegeben wird.

Ob die Zahl der Geruchstage tatsächlich abgenommen hat, ist aber schwer einzuschätzen. Denn nach Ansicht des Stavenhageners Wolfram Knabe würden sich viele Anwohner gar nicht mehr beim Zweckverband melden, weil sie keine Aussicht auf Erfolg sehen und schon resigniert haben.

 

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