Wieder ein neuer Müllberg mitten auf dem Waldweg in der Nähe von Dargun. Revierförster Frank Ahrendt sucht in d
Wieder ein neuer Müllberg mitten auf dem Waldweg in der Nähe von Dargun. Revierförster Frank Ahrendt sucht in dem Unrat einen Hinweis, wer für diese Schweinerei verantwortlich ist. Torsten Bengelsdorf
Förster sind entsetzt

Welcher Handwerker kippt seinen Müll illegal im Wald ab?

Im Finkenthaler Forst werden immer wieder Berge mit Gewerbeabfall entdeckt, der von Badsanierungen stammen könnte. Jetzt bitten die Förster die Öffentlichkeit um Hilfe.
Dargun

Frank Ahrendt ist eigentlich ein Mann, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Der Revierförster von Fürstenhof hat seinen Wald nach den verheerenden Winterstürmen wieder einigermaßen in Ordnung. Die Wege durch seinen Forst nahe Dargun (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sind längst vom Windbruch befreit und was an umgeworfenem Holz noch abseits der Schneisen liegt, wird nun allmählich vom erwachenden Grün verdeckt. Und doch ist in Ahrendts Revier seit einigen Tagen längst nicht mehr alles schick. Deshalb ist der Revierförster jetzt richtig sauer.

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Tapetenreste, Toilettenbecken, Bauschutt

Dass mal jemand einen Müllsack oder vielleicht sogar mal ein altes Möbelstück in den Wald schafft, das ist für die Grünröcke ja nun leider nichts Besonderes. Womit es Frank Ahrendt aber seit einigen Wochen im Finkenthaler Wald zu tun bekommt, das ist nun aber doch alles andere als alltäglich. Im Abstand von etwa 14 Tagen türmen sich auf Waldwegen westlich von Dargun immer wieder mal regelrechte Müllberge: Säcke voll mit alten Tapeten, Bauschutt, herausgerissene Duschkabinen, Toilettenbecken, ausrangierte Waschmaschinen. Auf all das stößt der Revierförster jetzt immer wieder auf Waldschneisen nur wenig entfernt von der Bundesstraße 110.

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Abfälle von Baustellen?

Im Darguner Forstamt ist man sich mittlerweile ziemlich sicher, dass die illegale Müllentsorgung wohl kaum das Werk eines privaten Haushalts ist. „Wir gehen davon aus, dass hier ein Handwerker die Abfälle von seinen Baustellen in unserem Wald abkippt, um die Entsorgungskosten zu sparen“, sagt Forstamtsleiter Rüdiger Neise. Er spricht dabei von einem „fliegenden Handwerker“ und meint damit jemanden, der nicht aus dem Umfeld stammt, sondern vermutlich auf einer längeren Fahrt von oder zu seinen Baustellen am Finkenthaler Wald vorbeikommt. Der im Wald entsorgte Unrat deute auf Bad- oder Küchensanierungen hin.

Förster bitten auch Spaziergänger um Hilfe

Die Förster haben sich nun bereits als Mülldetektive betätigt, um in den Abfallbergen irgendeinen Hinweis auf den Schmutzfink zu finden. Doch der Müllfrevler hinterlässt keine verräterischen Spuren und weiß offenbar ganz genau, was er da anstellt. Revierförster Ahrendt hat sich jetzt bereits öfter auf die Lauer gelegt, um den Ganoven zu ertappen. Auch hat das Forstamt inzwischen die Jäger gebeten, die Augen offen zu halten. „Wir achten jetzt auch ganz besonders auf Fahrzeuge, die unberechtigt im Wald unterwegs sind“, erklärt Forstamts-Chef Neise.

Kennzeichen notieren

Und er bittet nun auch die Öffentlichkeit um Hilfe: Wer bei einem Spaziergang in den Wäldern einen Mülltransport bemerkt, der sollte sich unbedingt das Kennzeichen des Fahrzeuges notieren und dann das Forstamt informieren. „Man sollte dann aber nicht unbedingt selbst eingreifen. So etwas kann dann schnell gefährlich werden. Wir wissen im Moment noch nicht, mit was für Leuten wir es hier zu tun haben“, warnt Neise.

 

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