Was soll nur aus uns werden? scheinen sich Esel und Pony im Malchiner Tiergehege zu fragen. Immer wieder stellt Malchins Stadt
Was soll nur aus uns werden? scheinen sich Esel und Pony im Malchiner Tiergehege zu fragen. Immer wieder stellt Malchins Stadtverwaltung den Mini-Zoo im Stadtpark in Frage. Torsten Bengelsdorf
Schließungspläne

Wer rettet Malchins kleines Tiergehege?

Beinahe hätten Malchins Stadtvertreter bereits über den Abriss des kleinen Zoos im Stadtpark entschieden. Doch dann meldeten sich doch noch einige Interessenten.
Malchin

Der Sturm der Entrüstung blieb diesmal aus. Jedes Mal, wenn das Malchiner Rathaus das kleine Tiergehege im Stadtpark in der Vergangenheit in Frage stellte, waren die Freunde von Esel und Ponys auf die Barrikaden gegangen. Die Malchiner wollen ihren kleinen Tierpark unbedingt behalten. Als nun aber im Februar Bürgermeister Axel Müller (CDU) erneut eine Schließung des Geheges ins Gespräch brachte, rührte sich diesmal kaum Widerstand. Das mag daran liegen, dass Müller – wohl wissend, welch emotionales Thema er da angepackt hatte – eine kleine Hintertür zur Rettung des Freigeheges offen ließ. Es könnte sich ja doch noch jemand finden, der die Versorgung der verbliebenen drei Esel und eines Ponys übernehmen und den Stadtbauhof und damit vielleicht auch die Stadtkasse entlasten würde.

Und tatsächlich vertagten die Stadtvertreter im Februar erst einmal einen Beschluss zum Rückbau des Tiergeheges, weil sich eben doch noch Interessenten gemeldet hatten. Die Angebote müssten aber erst noch geprüft werden, hieß es da. Mittlerweile liegen der Stadt drei Offerten vor. Ob damit das Tiergehege aber nun gerettet werden kann, ist weiter völlig offen. So sei darunter ein Schülerprojekt, in dessen Rahmen Esel und Pony betreut und versorgt werden könnten. Doch ob das dann auch an den Wochenenden, an Feiertagen oder zu den Ferien klappen könnte, daran scheint es im Rathaus Zweifel zu geben. Immerhin hatte schon einmal die Tierpflege auf ehrenamtlicher Basis nicht zum Erfolg geführt.

Stadt will von den hohen Kosten runter

Des Weiteren haben sich laut Müller zwei Malchinerinnen gemeldet, die bereits Pferde halten und sich nun im Stande sehen, auch noch das Tiergehege mit zu übernehmen. „In allen Fällen würde sich wohl aber nichts daran ändern, dass die Hauptarbeit bei der Stadt bleiben würde“, zeigt sich der Bürgermeister eher skeptisch. Die Stadt will aber sowohl von den hohen Kosten runter, die das Tiergatter jedes Jahr verursacht, hat aber auch Probleme, ständig Personal vom Stadtbauhof mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Entscheidend sei nun aber auch, was mit den beiden Eseln werden soll, die dem langjährigen und erst kürzlich verstorbenen Betreuer des Tiergartens gehörten. Auch darüber ist noch keine Entscheidung gefallen.

Ob und wann die Stadtvertreter nun doch noch über eine Schließung von Eselshausen entscheiden werden, bleibt damit erst einmal offen. „Uns brennt hier ja erst einmal nichts an“, hat es der Bürgermeister dann jetzt doch nicht mehr ganz so eilig. Erst einmal soll der Stadtpark ja ohnehin eine ganz neue Attraktion bekommen: Im Mühlenteich wird in den nächsten Tagen mit der Installation einer beleuchteten Wasserfontäne begonnen.

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