Meteorologie in der Seenplatte
Wer will für den Deutschen Wetterdienst den Regen messen?

Der Wetterdienst sucht in Jördenstorf einen Beobachter, der auf seinem Grundstück eine solche Niederschlagsmessstation aufstellen kann.
Der Wetterdienst sucht in Jördenstorf einen Beobachter, der auf seinem Grundstück eine solche Niederschlagsmessstation aufstellen kann.

Seit 1936 existiert eine Messreihe in Jördenstorf. Doch der Ehrenamtler vor Ort hat aufgehört. Jetzt braucht der Wetterdienst einen neuen.

Wenn der Deutsche Wetterdienst im Zehnjahresrhythmus den langjährigen Mittelwert bei Niederschlägen veröffentlicht, dann hat er diese Daten meist von ehrenamtlichen Beobachtern vor Ort. So fiel in Jördenstorf im Zeitraum von 1981 bis 2010 im Jahr durchschnittlich 598 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter, von 1971 bis 2000 durchschnittlich 580 Millimeter. Die nächste Erhebung wird dann die Mittelwerte von 1991 bis 2020 zeigen.

Doch jetzt gibt es in Jördenstorf ein Problem: Der hiesige Beobachter hat aufgehört. Also sucht der Wetterdienst einen neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter, wie Birgit Lindner von der Regionalen Messnetzgruppe Potsdam sagte. „Wir wollen gern die Messreihe fortsetzen.“ Laut der Unterlagen des Wetterdienstes gebe es die Reihe mit Unterbrechungen seit 1936 in Jördenstorf. Bis 2018 waren hier fünf Beobachter und eine Beobachterin tätig, so Lindner.

660 Euro im Jahr für tägliche Messung

Die Messreihe einer nebenamtlichen Niederschlagsstation leiste einen wichtigen Beitrag für die Arbeit des Wetterdienstes. „Die Interessenten sollten über ein geeignetes Grundstück verfügen, auf dem der Niederschlagsmesser aufgestellt werden kann“, erklärte die Meteorologin. Um den Niederschlag ungehindert messen zu können, müssten Hindernisse, wie Bäume oder Gebäude, vom Messplatz doppelt so weit entfernt sein, wie sie hoch seien.

Täglich um 6.50 Uhr beziehungsweise während der Sommerzeit um 7.50 Uhr werde die gefallene Niederschlagsmenge der letzten 24 Stunden gemessen und die Niederschlagsart bestimmt, aus der sich diese Summe gebildet habe. „Dabei ist wichtig, ob nur flüssiger oder auch fester Niederschlag, wie zum Beispiel Schnee, Graupel oder Hagel, beteiligt war“, so Lindner. Außerdem müsse der ehrenamtliche Mitarbeiter im Winter den Grad der mit Schnee bedeckten Fläche bestimmen sowie die Schneehöhe und Neuschneehöhe in Zentimeter messen. Diese Angaben seien anschließend über ein spezielles Programm per Internet dem Wetterdienst zu melden.

Der Einsatz des Beobachters werde honoriert. Für die Tätigkeit zahle der Wetterdienst eine jährliche Aufwandsentschädigung von 660 Euro. In Urlaubszeiten müsste ein Vertreter die Messungen vornehmen. „Wir würden uns freuen, wenn wir wieder jemanden finden würden“, sagte Lindner.

Interessenten können sich an den Deutschen Wetterdienst, Regionale Messnetzgruppe Potsdam, wenden: Adresse: Postfach 600552, 14405 Potsdam Telefon: 069 8062 5058Fax: 069 8062 11991E-Mail: birgit.lindner@dwd.de