KRAWALL IN NEUKALEN

▶️Wie die „krasseste Partynacht” völlig aus dem Ruder lief

Verstopfte Straßen, aufgebrochene Autos, frustrierte Disco-Besucher. So eine Nacht hatte Neukalen lange nicht erlebt. Dabei kam das Chaos mit Ansage.
Krasse Party: Als über Facebook mit immer neuen Aktionen gelockt wurde, zog es in der Nacht zum Sonntag massenweise Besuc
Krasse Party: Als über Facebook mit immer neuen Aktionen gelockt wurde, zog es in der Nacht zum Sonntag massenweise Besucher in die Neukalener Diskothek. privat
Neukalen.

Nach dem Wochenende musste am Montagmorgen nun auch die Straßenmeisterei noch zum Aufräumen im Umfeld von Neukalen ausrücken. Auf der Landesstraße in Richtung Malchin hatten Randalierer über 30 Leitpfosten am Straßenrand aus dem Boden gerissen oder sie von den Schutzplanken umgeknickt. Einige ragten danach sogar in die Fahrbahn hinein. Und auch in der kleinen Peenestadt selbst legte sich am Montag die Aufregung nach dem Wochenende erst allmählich.

Bürgermeister Willi Voß (CDU) sprach von einer Vielzahl von Beschwerden über Lärmbelästigung in der Nacht zum Sonntag. Etliche Leute, die vor der Diskothek anstanden, hätten zudem im Stadtgebiet ihre Notdurft verrichtet. „Für solche Massenaufläufe ist unsere Stadt einfach nicht ausgelegt“, sagte Voß.

Veranstalter von Ansturm überrascht

Wie viele Besucher tatsächlich zur „krassesten Partynacht“ am Wochenende in Neukalen angereist waren, lässt sich nur schwer schätzen. Irgendwann kurz vor Mitternacht war die Diskothek dann aber so voll, dass niemand mehr hereingelassen wurde. „Wir haben ab etwa 23  Uhr über Facebook und andere soziale Medien die Leute gebeten, nicht mehr Neukalen anzufahren, weil es demnächst einen Einlassstopp geben wird“, berichtete am Montag Disco-Betreiber Heiko Baum. Doch da war es wohl schon zu spät. Etliche Besucher kamen nicht mehr hinein in die „Erlebniswelt“ und ließen dann ihren Frust auch an abgestellten Autos ab, von denen mehrere aufgebrochen wurden.

Die Veranstalter zeigten sich von dem Andrang überrascht. Er könne es sich auch nicht erklären, warum so viele Leute nach Neukalen gekommen seien, meinte Heiko Baum am Montag. Es sei noch mehr Sicherheitspersonal geholt und Platz geschaffen worden, um noch mehr Leute einlassen zu können. Wie viele es schließlich waren, wollte Baum aber nicht sagen.

Ab 4000 Facebook-Zusagen Auto zum Zerstören versprochen

Doch ganz so überraschend wie es der Betreiber am Montag Glauben machen wollte, war der Ansturm dann wohl doch nicht. Auf Facebook hatte die Diskothek immer mehr Attraktionen versprochen, je mehr Besucher kommen würden. Das las sich dann so: Ab 900 Zusagen plus Interessierte gratis Donuts für alle. Ab 1000 Zusagen über Facebook: alle, die Alessio, Pietro oder Sarah heißen, trinken die ganze Nacht umsonst. Oder: Ab 1750 Zusagen plus Interessierte: Wir holen euch einen echten Stripper in den Club.

Ab 3000 Zusagen sollte dann die Bargeldkanone geladen werden, die 200 mal fünf Euro in den Saal schießen sollte. Ab 4000 Zusagen wollten die Veranstalter dann sogar ein Auto zum Zerstören zur Verfügung stellen. Und so schaukelte sich die Party immer mehr hoch. Selbst aus entfernter gelegenen Orten strömten die Besucher daraufhin nach Neukalen. Viele waren dann aber enttäuscht, dass sie nicht mehr in die Diskothek hinein gelassen wurden, wie auch an vielen Einträgen in den sozialen Netzwerken zu sehen ist.

So eine Nacht möchte Neukalen nicht noch einmal erleben, steht mittlerweile für Bürgermeister Willi Voß fest. Das wolle er auch dem Betreiber nun so deutlich sagen. Es würden auch Festlegungen getroffen, um ein solches Spektakel künftig zu verhindern.

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