Unsere Themenseiten

:

Wie viele Gäste waren wirklich beim Pfingstrennen?

Die Begeisterung der Zuschauer am Ring ist ungebrochen, allerdings dürfte Ihre Zahl größer sein. Das käme dem Verein auch wirtschaftlich zugute.
Die Begeisterung der Zuschauer am Ring ist ungebrochen, allerdings dürfte Ihre Zahl größer sein. Das käme dem Verein auch wirtschaftlich zugute.
Eberhard Rogmann

Zwischen 15000 und 25000 schwanken die Zahlen für Besucher zum Pfingstrennen in Teterow. Das Jonglieren mit diesen Zahlen ist keine Spielerei, denn bei Eintrittspreisen von 17 beziehungsweise 21 Euro geht‘s um Geld, viel Geld.

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Das 95. Rennen ist Geschichte – das nächste Jubiläum wird das 100. Rennen sein. Dies soll ein ganz großer Knüller werden. Doch vier Pfingstrennen sind bis dahin noch zu bestreiten. Kann der MC Bergring die Besucher dauerhaft fesseln, neue Zuschauer auf den Ring locken?

Die erste Bilanz ist ein wenig verwirrend, was die Zuschauerzahlen betrifft. Da werden in verschiedenen Berichten Zahlen zwischen 15 000 und 25 000 genannt. Mit 15 000 beziffert Peter Stanislawski die Zuschauer am Sonntag auf dem Bergring. Für das Speedway-Rennen am Samstagabend gibt Clubchef Adolf Schlaak eine Zuschauerzahl von 7500 an. Das macht nach Adam Riese 22 500. Wie kommen dann die genannten 25000 ins Spiel? Das dürfte die Gesamtzahl der Besucher von beiden Veranstaltungen sein, denn am Sonnabend gab es auf dem Bergring ja auch schon 15 Rennen.

Das letzte Wort ist dies allerdings nicht. Denn das Jonglieren mit den Besucherzahlen ist keineswegs eine Spielerei. Dahinter stehen handfeste wirtschaftliche Fakten für den Verein. So kostete ein Ticket am Sonntag 21 Euro, für 10 Euro war es am Samstag zu haben, für die Speedway-Arena zahlte man 17 Euro. Letztlich entscheidend sind also die Zahlen der kassierten Besucher.

Dramatischer Besucherschwund nach der Wende

Dass diese erheblich von den offiziell genannten Besucherzahlen abweichen, ist weder neu noch ein Geheimnis. In seiner Chronik der hundert Rennen führt Hartmut Rachow erstaunliche Beispiele an. Die legendäre Zuschauerzahl von 120 000 am Ring hat es demnach nie gegeben. In dem besagten Jahr 1952 sind deutlich weniger Karten verkauft worden – mal gerade 48 000. Das waren immerhin 10 000 mehr als 1936, dem Rekordjahr vor dem Krieg. Berichtet hatte die Presse damals aber von 60 000 Menschen am Ring.

Seit der Wende sind die Zahlen geschrumpft. Besuchten 1980 noch 48 500 zahlende Gäste das Pfingstrennen, waren es 1992 noch 29 500 und 2006 nur 13 465. Seither hat der Club den freien Fall verhindert und die Lage stabilisieren können. In sportlicher Hinsicht ist der Bergring im Aufwind. Die hochkarätigen Fahrerfelder garantieren packende Kämpfe. Mit den neu gestifteten Pokalen, die Simon Wigg und dem Bergring-Vater Carl-Schröder gewidmet sind, sind zusätzliche Anreize geschaffen. Geplant sind zudem strukturelle Veränderungen, um die Wirtschaftlichkeit zu stärken. Wenn die Endabrechnung vorliegt, wird darüber zu reden sein, verspricht Clubchef Adolf Schlaak.

Weiterführende Links