Am Kummerower See

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Wird es für Kormorane jetzt gefährlich?

Der Kormoran ist bei Fischern und Anglern nicht sonderlich beliebt (Archivbild).
Der Kormoran ist bei Fischern und Anglern nicht sonderlich beliebt (Archivbild).
Patrick Pleul

Generell gejagt werden dürfen Kormorane auch weiterhin nicht. Doch der Schutzstatus der Vögel könnte gelockert werden.

So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie. Etwa 2000 Kormorane sollen im Sommer am Kummerower See nach Beute Ausschau gehalten haben. Die Vielfraße vermiesen den Fischern das Geschäft und sind auch für Angler ein immer größer werdendes Ärgernis. Selbst Angeltouristen seien im Sommer wegen der Konkurrenz aus der Luft schon weggeblieben, hatte Salems Hafenmeister Peter Gailtene jüngst eingeschätzt.

Hoffnung für Fischer und Angler

Doch nun könnte es Hoffnung für Fischer und Angler geben. Eine generelle Abschussgenehmigung für Kormorane lehnte die Mehrheit des Landtages in der vergangenen Woche zwar ab. Doch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hat nun angekündigt, dass er sich bei der Bundesregierung dafür einsetzen will, dass sie einen guten Erhaltungszustand der Kormoran-Bestände feststellt und bei der EU eine Lockerung der Schutzbestimmungen beantragt. Er habe klare Signale, dass Brüssel einem solchen Antrag auch stattgeben würde, sagte Backhaus. Nach seinen Angaben wurden in diesem Jahr etwa 14 300 Kormoran-Brutpaare in Mecklenburg-Vorpommern gezählt – das seien mehr als die Hälfte aller Brutpaare in ganz Deutschland.

Seeraben haben viel Appetit

Aus dem Kummerower See holen sich die Seeraben alles, was sie greifen können: Barsche, Plötze und Brutfische genauso wie Aale, Hechte und Zander.

Der ehemalige Chef der Salemer Fischerei Horst Plagens hatte im Spätsommer eine alarmierende Rechnung aufgemacht: Etwa 400 Gramm Fisch hole sich jeder Kormoran an einem Tag aus dem See. „Wenn wir von 2000 Kormoranen ausgehen, kommen wir in der Zeit von April bis Oktober auf etwa 168 Tonnen Fisch“, so Plagens.