Hitze und Trockenheit
Wird in Mecklenburgs Schweiz bald das Wasser knapp?

Besonders viel trinken sollte man bei den derzeitigen Temperaturen. Wasser gilt in Deutschland als das am strengsten überwachte Lebensmittel. Und nach Ansicht der drei Versorger in Mecklenburgs Schweiz schmeckt es auch richtig gut.
Besonders viel trinken sollte man bei den derzeitigen Temperaturen. Wasser gilt in Deutschland als das am strengsten überwachte Lebensmittel. Und nach Ansicht der drei Versorger in Mecklenburgs Schweiz schmeckt es auch richtig gut.
Oliver Berg

Mit über 30 Grad und wochenlang kaum Regen schnellt der Wasserverbrauch in die Höhe – um bis zu 20 Prozent. Doch nur ein Versorger der Mecklenburger Schweiz ruft zur Sparsamkeit auf.

Die Hundstage als die heißeste Zeit des Jahres werden ihrem Ruf derzeit voll gerecht. Temperaturen im Schatten jenseits der 30-Grad-Marke lassen Menschen, Tiere, Pflanzen nach frischem Nass lechzen. Den Wasserversorgern in der Mecklenburgischen Schweiz beschert dieses Wetter ein lebhaftes Geschäft. Zumal die Trockenheit vielerorts bereits seit Mai anhält. Die seltenen Regenschauer zwischenzeitlich waren oft nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Bachläufe sind ausgetrocknet, Seen und Gewässer zeigen rekordverdächtig niedrige Wasserstände. Wird angesichts dieser Umstände demnächst auch der Wasserhahn trocken fallen?

Wie Klaus Reinders, Betriebsführer des Zweckverbands Wasser/Abwasser Mecklenburgische Schweiz, einräumt, sind die Fördermengen um etwa 20 Prozent angestiegen. „Im Wasserwerk Teterow fördern wir normalerweise etwa 2700 Kubikmeter am Tag. Derzeit liegen wir bei 3500. Aber das geben die Brunnen her, ohne Gefahr, sich zu erschöpfen.“ Dabei schlägt der hohe Bedarf für Bewässerung zu Buche. „Anträge auf die Installation von Gartenwasserzählern haben enorm zugenommen“, verrät Klaus Reinders. Anders als beim Hauszähler wird hier nur der Trinkwasserpreis in Rechnung gestellt. Üblicherweise wird auf die gezapfte Trinkwassermenge automatisch noch die Abwassergebühr aufgeschlagen – im Garten eben nicht.

Brauerei nimmt noch nicht mehr Wasser ab

Beim Wasserzweckverband Malchin/Stavenhagen (WZV) stieg der Wasserverbrauch im Mai und Juni im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent, wie Peter Dammann vom WZV berichtet. Für Juli liegen noch keine Angaben vor. Von Engpässen will man aber auch in Stavenhagen nichts wissen. Einen Aufruf zur Sparsamkeit hört man denn auch lediglich vom städtischen Wasserversorger in Dargun. „Wir müssen keinen Gewinn erzielen und wollen deshalb auch mit der Naturressource Wasser sparsam umgehen“, sagt Bereichsleiter Ralf Vollmann. In Dargun habe die Hitze noch keine Auswirkungen auf den Wasserverbrauch, was selbst Vollmann ein wenig erstaunt. Immerhin bietet Dargun das preisgünstigste Trinkwasser weit und breit. Selbst der Großabnehmer Brauerei komme noch mit den normalen Mengen klar.

Doch wie ist das nun mit der Qualität des Trinkwassers? Sollte man sich wirklich mit dem Leitungswasser erfrischen? Klar, sagen die Versorger. „Wir haben eine sehr gute Qualität. Unser Wasser hat eine etwas erhöhte Härte, was am Magnesium und Calzium im Grundwasser liegt. Doch je mehr Härte, desto besser schmeckt das Wasser auch, weiches Wasser ist eher fade“, meint Peter Dammann. Chlor sei zum letzten Mal 2011 dem Trinkwasser beigemischt worden, damals hatten es sich in einem milden Herbst massenweise Mücken in den Reinwasserbehältern bequem gemacht.

Nur warm schmeckt das Wasser nicht

Probleme mit Keimen gebe es nicht und deshalb könne auf die Zugabe von Chlor generell verzichtet werden, heißt es auch aus Teterow. In der Regel kommt das Wasser sehr frisch beim Verbraucher an. Da die Leitungen tiefer als einen Meter im Erdreich liegen, erwärmt es sich nicht. Im Hausnetz kann das anders sein. „Wenn das Wasser länger in der Leitung steht, wird es warm und dann schmeckt es nicht. In diesem Falle sollte man es ablaufen lassen oder zum Blumengießen verwenden“, rät Klaus Reinders. Die Darguner schwärmen ohnehin von der Qualität ihres Wassers, auf das ja immerhin eine ganze Brauerei schwört.