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Wo bleibt die Erste Hilfe?

Weil es immer öfter an Laien-Helfern fehlt, enden viele akute Herzattacken in der Region tödlich. Der Malchiner Rettungsdienst will jetzt gegensteuern und hofft, dass viele Menschen in der Region dabei sind.

Oftmals entscheiden die ersten Minuten, bevor professionelle Hilfe eintrifft. Die Notärzte Thomas Hanff (links) und Dr. Ria Koch sowie Rettungsassistent Dany Maser vor der Malchiner Rettungswache.
Torsten Bengelsdorf Oftmals entscheiden die ersten Minuten, bevor professionelle Hilfe eintrifft. Die Notärzte Thomas Hanff (links) und Dr. Ria Koch sowie Rettungsassistent Dany Maser vor der Malchiner Rettungswache.

Der Mann hatte wahnsinniges Glück. Der 50-Jährige war in einem Betrieb in einem Dorf nahe Malchin plötzlich ohnmächtig geworden. Schnell waren zwei Kollegen zur Stelle, die mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung halfen. Acht Minuten lang. Dann traf der Notarzt ein. Herzkammer-Flimmern lautete die Diagnose. Ob der Mann ohne die Erste Hilfe seiner beiden Kollegen überlebt hätte, ist ungewiss. „Es wäre auf jeden Fall sehr kritisch geworden“, ist sich Notarzt Thomas Hanff vom Malchiner Rettungsdienst ziemlich sicher.

Das Beispiel ist leider eine Ausnahme. Die Notärzte im Altkreis Demmin bekommen es im Jahr mit etwa 50 Patienten zu tun, die mit einem akuten Herzanfall plötzlich zwischen Leben und Tod schweben. Etwa jeder Zweite schafft es noch ins Krankenhaus. Doch nur fünf bis höchstens zehn Patienten überleben die Herzattacke. Das sind meistens jene Erkrankte, bei denen sofort Laien-Helfer eingreifen, bevor der Notarzt zur Stelle sein kann.

„Genau hier liegt unser Problem. Wir können als Notarzt den Patienten sehr gut helfen, unsere Maßnahmen sind sehr wirksam. Entscheidend sind aber immer die ersten Minuten. Und da haben wir ein großes Defizit an Ersthelfern in der Region“, beschreibt Thomas Hanff. Nicht nur, dass die Leute ängstlich sind, bei der Ersten Hilfe etwas falsch zu machen. „Es mangelt vor allem auch an der Ausbildung“, sagt der Notarzt.

Dem wollen Malchins Notarzt und der DRK-Kreisverband Demmin jetzt entgegenwirken. Der Rettungsdienst Malchin macht bei einer „Woche der Wiederbelebung“ mit, die unter dem Motto „Ein Leben retten – 100 Pro Reanimation“ initiiert wird. Thomas Hanff und sein Rettungs-Team laden dazu am Donnerstag, dem 19. September, ab 18 Uhr in den Malchiner Rathaussaal alle Interessenten ein, um ihnen zu zeigen, wie man im Notfall Leben retten kann. „Ich hoffe, dass viele Menschen der Region erkennen, wie wichtig und lebensrettend die Hilfe sein kann und würde mich freuen, wenn möglichst viele unserer Einladung folgen“, so Hanff.