Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1936. Die Tribüne hatte seinerzeit 64000 Reichsmark gekostet.
Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1936. Die Tribüne hatte seinerzeit 64000 Reichsmark gekostet. Archiv Kunz
Zeitgleich mit der Tribüne war auch der Tunnel gebaut worden.
Zeitgleich mit der Tribüne war auch der Tunnel gebaut worden. Archiv Ruge
Teterower Bergring

Wo eine Kuhweide zur Motorsport-Legende wurde

Im DRK-Bildungszentrum können Besucher mit Bergringarchivar Hartmut Rachow nicht nur in die Geschichte des Hauses eintauchen.
Teterow

Eine Kuhweide wurde zur Legende. Wo? Natürlich in Teterow. Und das hat nichts mit den Schildbürgern zu tun. Obwohl der Teterower Hartmut Rachow sich auch mit denen bestens auskennt, schrieb und spielte er doch über viele Jahre das Schildbürgerspektakel zum Teterower Hechtfest. Jetzt steht aber der Tag des offenen Denkmals an. Und für den hat Hartmut Rachow so einiges in petto. Die Teterower rücken den Bergring in den Mittelpunkt. Als Bergringarchivar ist Hartmut Rachow tief eingetaucht in dessen Geschichte. So sind zum Beispiel die Sammelkarten zum 100. Bergring-Rennen entstanden, das coronabedingt leider schon das zweite Jahr abgesagt werden musste und nun 2022 starten soll.

Setzt man zum Zeitsprung an zurück ins Jahr 1929, so waren es damals vier Teterower Bürger, die jeweils mit einer Summe von 500 Reichsmark für den Bau der Rennbahn gebürgt hatten, weiß Hartmut Rachow. Die Stadtverwaltung hatte nämlich finanzielle Sicherheiten verlangt. Es sollte bis zum Juni 1930 dauern, bis der Rennfahrer Hachmeister aus Niendorf die erste Runde drehte. In den 1930er-Jahren wurde dann noch viel gebaut. Unter anderem entstand 1932 eine Treppe mit 82 Holzstufen. 1935 wurde der Grundstein für eine große Tribüne und die Tunnelanlage gelegt. Ausgerechnet im Winter begann der Bau. 80 Notstandsarbeiter mussten seinerzeit mit ran. 64 000 Reichsmark hatte die Tribüne gekostet, die nur drei Jahre für sechs Rennen stand, geht aus den Annalen hervor. Von 1939 bis 1949 gab es keine Rennen. Alles Holz wurde vom Bergring abgeräumt. Barrieren und Treppe waren weg, die Tribüne war freigegeben für Leute, die Bauholz brauchten. Ein Teil der alten Fundamente war später für eine Bergringgaststätte genutzt worden. Hartmut Rachow weiß von Grundrisszeichnungen. Aber bevor das Haus fertig wurde, kam das Angebot für eine Motorsportschule. Und die wurde auch gebaut, aber nicht lange genutzt. Das Haus am Bergring „kennt“ vielmehr eine bewegte Zeit mit ganz unterschiedlichen Nutzern, bis es fast auf den diesjährigen Denkmaltag genau vor 25 Jahren als DRK-Bildungszentrum eröffnet wurde.

Bergring-Archivar plaudert

Nun eröffnet Bürgermeister Andreas Lange dort am Sonntag um 10 Uhr den Tag des offenen Denkmals in Teterow. Besucher können sich auf den Vortrag von Bergringarchivar Hartmut Rachow freuen. Er erzählt nämlich mehr über „Unübliches beginnen – Erstaunliches erreichen – Wie eine Kuhweide zur Legende wurde“ und die denkmalgeschützten Baulichkeiten des Geländes, das ursprünglich eine Weide auf der Fudraht war und sich zum Austragungsort von Großevents entwickelte.

Aus der Stadtverwaltung kommt noch der Hinweis, dass am Sonntag eine begrenzte Zahl von Mitfahrgelegenheiten um 9.30 Uhr vor dem Rathaus gegeben sei. Und es wird auf die Einhaltung der aktuellen Fassung der Corona-Landesverordnung M-V hingewiesen.

 

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