Antje und Miri Hornburg-Zeneli wollen zu Silvester die Gäste in ihrer Brasserie in Grammentin mit einem Drei-Gänge-M
Antje und Miri Hornburg-Zeneli wollen zu Silvester die Gäste in ihrer Brasserie in Grammentin mit einem Drei-Gänge-Menü verwöhnen. Auch in Corona-Zeiten sollen die Leute einen schönen Abend haben, meinen sie. Kirsten Gehrke
Corona-Regelungen

Wo Silvester doch ein schöner Abend werden kann

Eigentlich lässt man es am letzten Tag des Jahres noch einmal ordentlich krachen, feiert zusammen Party und tanzt miteinander. Das alles fällt wieder wegen Corona ins Wasser.
Malchin

Feuerwerkskörper? Verkauf verboten. Silvester-Partys? Alle abgesagt. Im größeren Kreis aufs neue Jahr anstoßen? Auch nicht erlaubt. Und doch gibt es im Jahr 2021 einen Unterschied zu dem schon trostlosen Silvester des Vorjahres: Die Gaststätten dürfen öffnen und ihre Gäste am letzten Abend des Jahres noch einmal verwöhnen. Doch längst nicht alle Gaststuben machen da mit.

Geöffnet hat am Silvesterabend zum Beispiel die Waldgaststätte „Uns Hüsung“ in Teterow. Die Gäste würden dies auch gut annehmen, sagt Susann Karl vom „Hüsung“-Team. Auf den Abend freut sich auch Tobias Moshack im gleichnamigen Restaurant im Teterower Bahnhof. Alle möglichen Plätze seien ausgebucht. Feierlichkeiten zu Silvester habe es dagegen bei ihm ohnehin noch nie gegeben, sagt Moshack.

In der Gaststätte „Zum Goldenen Frieden“, die in der Nähe von Burg Schlitz liegt, sind dagegen nur ein Drittel der Kapazitäten belegt. Inhaber Gert Dietrich hofft jedoch, dass am Abend noch ein paar Leute mehr vorbei schauen. Allerdings bereite ihm die 2 G Plus-Regel große Schwierigkeiten. „Wo sollen die Leute auf dem Land einen Test herkriegen“, fragt Dietrich. Dass in diesem Jahr nicht gefeiert werden dürfe, sei für ihn jedoch kein Problem. „Wir hatten auch vor der Corona-Pandemie an Silvester keine großen Feiern“, erklärt Dietrich. Die Leute hätten bei ihnen zu Abend gegessen und seien dann vor 24 Uhr nach Hause gefahren, um dort mit ihren Familien anzustoßen.

Nach dem Boostern gibt es wieder mehr Buchungen

Silvesterpartys gibt es auch im Café am Markt in Stavenhagen schon einige Jahre nicht mehr. Deswegen ist Gerhard Urbansky auch nicht traurig, dass in diesem Jahr keine Feiern erlaubt sind. „Silvester sind wir ausgebucht“, sagt Urbansky. Seitdem Gäste mit einer Boosterimpfung keinen zusätzlichen Test mehr benötigen, hätten sich nun wieder mehr Leute Tische reserviert, an denen sie à la carte essen können. „Hilfreich ist auch das Testzentrum am Netto-Zentrallager“, betont Urbansky. Das habe auch an den Wochenenden geöffnet und bringe die Möglichkeit, dass sich Gäste noch kurz vor dem Gaststättenbesuch testen lassen können. Im Januar wollten Gerhard Urbansky und sein Mitinhaber Fred Knaack vorübergehend schließen, doch dazu wird es wohl jetzt eher nicht kommen. „Wir werden wohl auf lassen und vielleicht die Öffnungszeiten etwas ändern“, sagt Urbansky.

Bei einem netten Essen ins neue Jahr gehen

Das zweite Silvester ohne Tanz und Feuerwerk: „Wir wollen trotzdem den Gästen einen schönen Abend bereiten“, sagt Antje Hornburg-Zeneli. Ihre Brasserie mit italienischem Flair in Grammentin wird sie am Silvesterabend öffnen. Die Leute sollen bei einem netten Essen in das neue Jahr hineingehen. Vorbereitet werde ein Drei-Gänge-Silvester-Menü. Leise Hintergrund-Musik werde zu hören sein. Sie habe bereits etliche Reservierungen. „Es kommen auch viele Geboosterte“, sagt die Gastronomin. Am Mittag sei das Restaurant sogar ausgebucht, für den Abend gebe es nur noch ein oder zwei freie Tische. Vielleicht werde auch draußen noch ein Feuer angezündet und die Leute können mit einem Glas Sekt auf das Neue Jahr anstoßen. Um Abstand zu halten, sei viel Platz im Märchengarten. Statt Tanz biete dieser auch viel Raum für einen Spaziergang.

Viele Gaststätten bleiben aber auch geschlossen, so das Gasthaus „Am Hafen“ in Neukalen. Rerservierungen nur für ein oder zwei Tische lohne sich nicht, begründet Betreiber Roman Orlowski. 2 G Plus habe ihnen einen mächtigen Schlag versetzt. Im Januar wolle er aber wieder öffnen. „Auf gut Glück“, wie er sagt. Aber er glaubt nicht, dass dieser Monat besser werde als der Dezember mit den vielen Absagen der Weihnachts- und Betriebsfeiern. Er habe ein gutes Team und sei guter Dinge, dass sie die Krise irgendwie schaffen werden. In der Nachbarstadt Dargun bleiben ebenfalls das Deutsche Haus und der Poggenkrug geschlossen, weil es sich nicht lohne.

Ein gewisser Zorn in der Bevölkerung

Auch die Stadtmühle in Teterow öffnet nicht. „Es haben alle abgesagt, die gebucht hatten“, sagt Inhaber Helge Apelt. Er habe nun auf unbestimmte Zeit geschlossen. Ihm mache vor allem die 2 G Plus-Regel arg zu schaffen. So seien viele Leute geimpft, doch ließen sie sich nicht testen. Apelt zufolge herrsche ein gewisser Zorn in der Bevölkerung. Ebenfalls geschlossen bleibt die „Nudeloper“ in Gnoien. Das sei aber zu Silvester jedes Jahr so, sagt Inhaber Lars Schwarz. Immerhin habe er mit seinem Restaurant jedes Jahr die Silvesterparty in Gnoien ausgerichtet, zu der auch das Hotel „Mecklenburger Hof“ stets ausgebucht war. Dieses Jahr liege nicht eine Reservierung vor. Als Landes-Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) gehe er davon aus, dass am Silvesterabend 2021 landesweit mehr als die Hälfte aller Gaststätten geschlossen bleiben. Viele Gastwirte würden mittlerweile auch an den sich ständig ändernden Regelungen verzweifeln.

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