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Wo sind die Hansa-Fans zum Putzen?

Von Sachbeschädigungen im Zeichen des Clubs distanziert sich der Vorstand des FC Hansa Rostock. Selbst die reihenweise in Vereinsfarben beschmierten Schaltkästen reinigen, wollte man aber nicht.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Verschiedentlich wurden nicht nur die Anschlusskästen besprüht, sondern auch Fassaden beschädigt. Allein die Stadtwerke Teterow machen einen Schaden von mehreren tausend Euro geltend. 
Verschiedentlich wurden nicht nur die Anschlusskästen besprüht, sondern auch Fassaden beschädigt. Allein die Stadtwerke Teterow machen einen Schaden von mehreren tausend Euro geltend. Eberhard Rogmann
Teterow.

Der Hechtjunge soll es richten. Das schlägt der Vorstand des FC  Hansa Rostock vor. Denn selbst für die Sachbeschädigung an Dutzenden von Anschlussschränken in der Mecklenburgischen Schweiz aufzukommen, lehnt der Profifußballverein ab. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion waren die technischen Einrichtungen in den Farben des Fußballdrittligisten blau-weiß-rot besprüht worden.

Ihr Nahziel haben die Sprüher erreicht. Die Farbtupfer erregen öffentliche Aufmerksamkeit. Dabei gehen die Ansichten über diese Aktion auseinander. Für die einen ist das Ganze eher ein Gag. „Endlich mal ein bisschen Farbe in der Stadt“, heißt es da. Fußball-Fan Volkmar Landowski verweist auf andere Beispiele im Stadtbild. „Wir haben ja eine ganze Reihe von grauen Wänden an Trafo-Stationen, die mit Graffiti verziert sind. Das ist toll gemacht. Die Hansa-Farben sind nun keine Kunst, aber besser als irgendwelche Parolen.“

Farbe blättert ab

Andere sehen es kritischer. Zumal die hastig aufgesprühte Farbe verschiedenen Orts bereits zu blättern beginnt. Wenn sich die bemalten Schränke schälen, dürfte das kein Ruhmesblatt für Hansa sein. Ein Grund mehr, die Farben beizeiten zu entfernen. Die Stadtwerke Teterow als Geschädigte hatten sich an den Hansa-Vorstand gewandt und Wiedergutmachung eingefordert. Hansa ließ sie abblitzen. Im Gegenzug regten die Rostocker an, der örtliche Fanclub sollte sich ins Zeug legen. Das würde man „selbstverständlich gern unterstützen.“

Damit kommt der erwähnte Hechtjunge ins Spiel. Nach diesem Wahrzeichen der Stadt benannte sich der hiesige Hansa-Fanclub seinerzeit. Doch mittlerweile ist es um ihn still geworden. „Ich weiß gar nicht, ob es den Club noch gibt“, gesteht Peter Hall, bekennender Hansa-Anhänger. Zwar besuche er die Spiele im Ostseestadion. Doch die Fanszene habe sich leider verändert, bedauert er. Der frühere Geist von Sport und Fairness werde von ganz anderen Ambitionen verdrängt.

Mit Aufklebern bepflastert

Eine Beobachtung, die auch Volkmar Landowski mit Sorge erfüllt. „Selbst wenn sich ein paar Leute fänden und die besprühten Kästen schrubben. Du kannst doch fast sicher sein, dass sie ein paar Tage später erneut besprüht werden“, gibt er zu bedenken. Ja, schlimmer noch. Diese exponierten Orte werden mit allerlei Aufklebern regelrecht bepflastert. „Solange da die Hansa-Kogge zu sehen ist, mag das noch zu tolerieren sein. Aber wenn Schriftzüge wie ‚Heil Hansa‘ auftauchen, ist eine Grenze überschritten“, befindet Sebastian Engel. Er hatte kürzlich als Profi die Kampagne „(M)eine Bande für Hansa“ im Trainingscamp des Vereins mitgestaltet. Ein wirkungsvolles Rezept, wie dem Wildwuchs zu wehren wäre und ein negatives Image des FCH abzuwenden, hat auch er nicht parat.

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Kommentare (1)

... ich glaube, dass Schleswig-Holstein uns besetzen will, oder auch Luxemburg, die haben solche Nationalflaggen, das muss nicht HANSA sein...