STAVENHAGEN WILL SPAREN

Wohnungsgenossenschaft befürchtet steigende Kosten

Die Stadt Stavenhagen will eine Million Euro aus den beiden eigenen Unternehmen abziehen. Damit soll die Stadtkasse entlastet werden. Doch nicht überlall kommt der Vorschlag gut an.
Die Wohnungsverwaltung hatte schon 1,5 Millionen Euro aus der Stadtkasse bekommen.
Die Wohnungsverwaltung hatte schon 1,5 Millionen Euro aus der Stadtkasse bekommen. Eckhard Kruse
Für die Wärmeversorgung Stavenhagen ist eine Entnahme von einer Million Euro nicht machbar.
Für die Wärmeversorgung Stavenhagen ist eine Entnahme von einer Million Euro nicht machbar. Eckhard Kruse
Rainer Plötz, einer der beiden Vorstände der Wohnungsgenossenschaft Stavenhagen, befürchtet steigende Fernw&aum
Rainer Plötz, einer der beiden Vorstände der Wohnungsgenossenschaft Stavenhagen, befürchtet steigende Fernwärmekosten. Eckhard Kruse
Stavenhagen ·

Dass die Stavenhagener Stadtkasse derzeit ziemlich leer ist, bedauert auch Rainer Plötz, Vorstand der Stavenhagener Wohnungsgenossenschaft. Dennoch hat er kein Verständnis dafür, dass die Stadt sich bei den beiden eigenen Unternehmen bedienen will, um das Defizit von derzeit 7,6 Millionen Euro ein Stück weit auszugleichen. So steht es derzeit im Sparplan der Stadtverwaltung. Demnach sollen im Jahr 2024 eine Million Euro von der kommunalen Wohnungsverwaltung und von der stadteigenen Wärmeversorgung entnommen werden.

Plötz befürchtet, dass alle Kunden der Wärmeversorgung in Stavenhagen am Ende mit steigenden Fernwärmepreisen belastet würden. Darunter auch die Hausbewohner seiner Genossenschaft, die Mieter des stadteigenen Wohnungsunternehmens und Privatleute, die sich an die Fernwärmeleitungen anschließen ließen. Bei der Wohnungsverwaltung würden auch die Mieten steigen. Das sei in seinen Augen eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Mietern in der Stadt. Außerdem sei es kein gutes Signal für die Wärmeversorgung. Denn die sei ja dabei, das Fernwärmenetz mit der Abwärme der geplanten EEW-Klärschlammverbrennung auszubauen und grüne Energie anzubieten. Wenn sich Fernwärme verteuern würde, sei das bei Kunden kein gutes Argument.

Investitionen um Jahre verschieben

Die Rechnung ist für Plötz folgende: Die Unternehmen würden regelmäßig Gelder ansparen, um davon Bauarbeiten, Modernisierungen oder Netzerweiterungen voranzutreiben. Wenn die Stadt nun Gelder abschöpfe, hätten die Unternehmen keinen Eigenanteil mehr für diese Vorhaben. Sie müssten die notwendigen Investitionen um Jahre verschieben. Oder aber sie würden mehr Kredite aufnehmen.

„Die Stadt ist in einer schwierigen Lage“, sagte Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos). Die Entnahme sei als ein Punkt in der Konsolidierung der städtischen Finanzen aufgeführt. Geplant sei das erst im Jahr 2024. „Wir werden aber nichts unternehmen, das unsere Gesellschaften gefährden würde“, betonte er. Man müsse erst abwarten, was die Kommunalaufsicht des Landkreises Seenplatte zu den Stavenhagener Sparplänen meint. Es sei auch noch nicht klar, in welcher Höhe die Entnahmen stattfinden würden. Die Mieten der städtischen Wohnungsverwaltung sollten dadurch aber nicht erhöht werden.

Stadtvertreter müssen zustimmen

Paul Kokel, Geschäftsführer der Wohnungsverwaltung, berichtete, dass der Bürgermeister die beiden Geschäftsführer die Maßnahme schon erläutert habe. Auch ihnen sei versichert worden, dass die städtischen Unternehmen keinen Schaden nehmen sollen und vor einer Entnahme auch erst die Stadtvertreter zustimmen müssten. Kokel erinnerte daran, dass die Wohnungsverwaltung auch schon mal Geld von der Stadt bekommen habe. Das stimmt: 2004 waren es eine Million Euro und 2007 die Summe von 500 000 Euro.

Für Steffen Oriwol, Geschäftsführer der Wärmeversorgung, sei die Entnahme von einer Million Euro nicht machbar. Denn man müsse investieren, um den Betrieb in die Zukunft zu bringen, um dann vielleicht von der CO2-steuerfreien Fernwärme von EEW profitieren. Wie stark die Belastung für die Wärmeversorgung sein würde, konnte er nicht sagen. Denn die Stadt habe bisher keine Planung über die Höhe der Entnahme vorgelegt.

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