Erfolgreicher Betrug
Wurde die Bank bei Enkeltrick in Malchin nicht stutzig?

Wie so oft beim Enkeltrick wurde in der Vorwoche auch ein Paar aus Malchin mit einer vorgetäuschten Notlage einer Verwandten um seine Ersparnisse gebracht.  (Symbolbild)
Wie so oft beim Enkeltrick wurde in der Vorwoche auch ein Paar aus Malchin mit einer vorgetäuschten Notlage einer Verwandten um seine Ersparnisse gebracht. (Symbolbild)
Bernd Wüstneck

Allen Betrugswarnungen zum Trotz ist ein Ehepaar in Malchin gerade wieder zum Opfer geworden. 45.000 Euro von der Sparkasse zu holen, war für die beiden offenbar kein Problem.

Die 45.000 Euro dürften für immer futsch sein. Ein älteres Ehepaar hatte in der vergangenen Woche in Malchin einer unbekannten Frau genau diese Summe übergeben. Angeblich war das Geld für die Schwägerin gedacht, die es dringend für einen Hauskauf benötigen würde und gerade bei einem Notar sitze und deshalb nicht selbst vorbei kommen könnte.

Obwohl die Polizei immer wieder vor solchen Betrugsmaschen warnt, sind der 80-jährige Mann und seine 79-jährige Ehefrau auf den Trick hereingefallen. Das Geld hatten sie in der Malchiner Sparkasse abgehoben. Doch hätten die Bankangestellten nicht stutzig werden müssen, wenn ein hochbetagtes Ehepaar eine derart große Summe am Schalter verlangt?

Bank kann Auszahlung nicht verweigern

Die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin bestätigte am Mittwoch den Vorfall in ihrer Filiale. Die Mitarbeiter seien im Hinblick auf mögliche Betrugsversuche geschult und sensibilisiert, erklärt Pressesprecherin Sandra Schwanke. Und deshalb hätten die Bankangestellten wie auch in anderen Fällen mit ungewöhnlich hohen Bargeldabhebungen gezielt nach den Hintergründen gefragt und auch auf einen möglichen Trickbetrug aufmerksam gemacht.

„Wenn dann ein Kontoinhaber trotzdem noch immer auf die ihm rechtlich zustehende Auszahlung besteht, können wir diese nicht verwehren“, erklärt die Banksprecherin. „Wir können lediglich Sachverhalte infrage stellen und auf mögliche kriminelle Methoden hinweisen.“ Auf diese Weise seien bereits einige Betrugsversuche verhindert worden. Diesmal allerdings leider nicht. Trotzdem hätten sich die Mitarbeiter „absolut korrekt verhalten“.

Das Malchiner Ehepaar hatte sich erst zwei Tage nach der Geldübergabe bei der Polizei gemeldet. Die beiden waren nach einem Telefonat mit ihrem Sohn misstrauisch geworden, als die Sprache auf die angeblichen Geldsorgen der Schwägerin kam.

Kunde direkt nach Abhebung ausgeraubt

Die Auszahlung höherer Geldbeträge bei der Malchiner Sparkasse hatte schon einmal Fragen aufgeworfen. Damals war einem 82-Jährigen nach dem Verlassen der Bank ein Stoffbeutel voller Geld auf dem Marktplatz entrissen worden. Der Täter hatte genau beobachten können, wie seinem Opfer das Geld am Service-Schalter ausgezahlt worden war. Ein Hinweis, dass zum Kunden am Schalter zur Diskretion ein gewisser Abstand eingehalten werden müsse, fehlte.

Immerhin konnte die Polizei mit Hilfe der Sparkasse diesen Raub aufklären. Die Ermittler waren dem Täter durch Videoaufzeichnungen der Bank auf die Spur gekommen. Der damals 33-jährige Malchiner wurde zu einem Jahr und drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

Kommentare (2)

Angesichts dieses Sachverhaltes,hätten die Mitarbeiter der Bank die Polizei einschalten können,da sie ja auch die Vermutung hatten,dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht.

Deshalb gehe ich meistens nicht ran wenn ich von unbekannten Nummern angerufen werde. Sonst gibts auch sowas wie Fritzbox um betrügerische Rufnummern direkt zu sperren. Ich hab die Liste bei tellows gekauft und es funktioniert ganz gut.