KRIMINALSTATISTIK

Zahl der Straftaten im Landkreis Rostock steigt nach zwei Jahren wieder an

Die Polizei-Inspektion Güstrow hat die Kriminalstatistik für den Landkreis Rostock vorgelegt. Die Zahlen sind vor allem in einem Bereich alarmierend.
Verbesserte Sicherheitstechnik hat die Zahl von Wohnungseinbrüchen weiter reduziert. 93 Fälle registrierte die Poliz
Verbesserte Sicherheitstechnik hat die Zahl von Wohnungseinbrüchen weiter reduziert. 93 Fälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr im Landkreis Rostock (Symbolfoto). Frank Rumpenhorst
Teterow.

Als wenn es noch nicht schlimm genug ist, dass die meisten Geschäfte jetzt geschlossen sind und kaum noch Geld einnehmen – in Gnoien ist nun am vergangenen Wochenende auch noch ein Uhren- und Schmuckgeschäft von Einbrechern geplündert worden. Sie hatten die Schaufenster zertrümmert und Uhren und Schmuck im Wert von 25.000 Euro abgeräumt. Dabei schien es zuvor fast schon so, als ob das Corona-Virus das Leben sicherer vor Verbrechern machen könnte. Doch wie es sich tatsächlich auf die Kriminalität auswirkt, wenn viele Leute jetzt zu Hause bleiben müssen, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

Mehr Rauschgiftdelikte registriert

Ganz genaue Zahlen zur Kriminalstatistik hat die Polizei-Inspektion Güstrow nun aber für das vergangene Jahr veröffentlicht, als Corona also noch kein Thema war. Im gesamten Landkreis Rostock stieg demnach die Zahl der Straftaten erstmals seit zwei Jahren wieder an, nämlich auf 10.788, was ein Plus von 3,1 Prozent bedeutet. Die Polizei ermittelte 4910 Tatverdächtige, 252 mehr als noch 2018. 76,2 Prozent sind Männer. „Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt mit 592 bei 12,1 Prozent, 2018 waren es 12,9 Prozent. Überwiegend kommen die Täter aus Syrien, Polen, Rumänien und Afghanistan“, heißt es in der Kriminalstatistik.

Auffallend ist vor allem eine starke Zunahme der Rauschgiftdelikte um 59 Prozent. Mit 1035 Straftaten in diesem Bereich hat sich die Zahl im Vergleich zum Jahr 2017 mehr als verdoppelt.

Etwas erhöht hat sich die Aufklärungsquote, die nun bei 65,3 Prozent und damit um 1,4 Prozent höher liegt als noch ein Jahr zuvor.

Wie im gesamten Land stieg auch im Landkreis Rostock die Zahl der Widerstandsdelikte gegen die Staatsgewalt – im Landkreis um 11,5 Prozent. „Somit ist auch im Landkreis Rostock eine zunehmende Aggressivität gegenüber der Staatsgewalt zu erkennen“, teilt die Polizei-Inspektion in der Statistik mit.

Mehr Fälle im Bereich Cyberkriminalität

Alle im Jahr 2019 erfassten sieben Straftaten gegen das Leben seien aufgeklärt worden. Unter anderem zählt hierzu der Mord an einer Rentnerin aus Güstrow, die in ihrem Wohnhaus erschlagen worden war.

Zurück ging die Zahl der Diebstahlsdelikte, nämlich um 8,7 Prozent. Die Zahl der Wohnungseinbrüche habe sich mit 93 im Vergleich zum Jahr 2016 sogar mehr als halbiert. Die Polizei führt diesen Trend auf die stetige Präventionsarbeit, aber auch auf verbesserte Sicherheitstechnik zurück.

Die Ermittler bekamen es aber auch mit mehr Fällen in den Bereichen Cyberkriminalität und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen zu tun. „Täter geben sich als Polizeibeamte, Verwandte oder Lotto-Unternehmen aus, nutzen so die soziale Isolation der älteren Personen und erbeuten vereinzelt hohe Geldbeträge“, so die Polizei.

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