TOURISMUS

Zukunft für die Bootsschuppen am Malchiner Kanal ist ungewiss

Noch immer ist nicht ganz klar, was aus den restlichen Bootshäusern am Malchiner Kanal werden soll. Ein Abriss, wie vorgesehen, wird wohl aber immer unwahrscheinlicher.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Eine Reihe ist schon verschwunden, und auch die Zukunft dieser Bootsschuppen am Malchiner Kanal ist ungewiss. Die Bootsfreunde
Eine Reihe ist schon verschwunden, und auch die Zukunft dieser Bootsschuppen am Malchiner Kanal ist ungewiss. Die Bootsfreunde haben sich für eine Sanierung ausgesprochen, die sie allerdings bezahlen müssten. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Da fackelt die Stadtkasse nicht lange: Weil der Malchiner Dirk René Wolff die Pacht für seinen Bootsschuppen am Malchiner Kanal nicht rechtzeitig im Sommer bezahlt hatte, bekam er jetzt die Vollstreckungsankündigung. Aus 42,90 Euro Pachtgebühr sind damit nun schnell mal 71,40 Euro geworden. Allerdings – so berichtet Dirk René Wolff – den Bootsschuppen gibt es gar nicht mehr. Er gehörte zu jenen, die im vergangenen Frühjahr am Kanal abgerissen worden waren. „Mein Boot liegt jetzt in Schwinkendorf und soll verkauft werden, da ich eben keinen Bootsschuppen mehr habe“, berichtet der Wassersportfreund.

Die Stadt hatte bereits zuvor den Überblick verloren und große Probleme, die Bootsschuppen den jeweiligen Nutzern zuzuordnen. Da im Rathaus zunächst keine Pachtverträge zur Nutzung der städtischen Wasserflächen auffindbar waren, hatte das Rathaus im Frühjahr per öffentlichem Aushang die Pächter gebeten, sich doch mal zu melden.

Fläche am Pisedeer Damm wird umgebaut

Ihr Hobby aufgeben, so wie Dirk René Wolff, wollen derweil die Nutzer der verbliebenen Bootsschuppen am Kanal so schnell nicht. Sie verhandeln weiter mit der Stadt über den Erhalt ihrer Bootshäuser – und eine mögliche Sanierung. „Allerdings muss die nach den Vorgaben der Stadt passieren und ins Ortsbild passen“, fordert Bürgermeister Axel Müller. Außerdem müssten die Bootsfreunde die Sanierung auch bezahlen. Auch ein Neubau der Bootsschuppen ist offenbar noch nicht ganz vom Tisch, der wäre allerdings noch teurer und ebenfalls von den Vereinsmitgliedern zu stemmen. Hierbei wären ebenso die Bestimmungen des Bebauungsplanes „Koesters Eck“ zu beachten. Anspruch auf einen Bootsschuppenplatz – soviel stellte der Rathaus-Chef bereits klar – hätten allerdings nur diejenigen, die hier auch jetzt schon einen Platz haben.

Die Fläche am Pisedeer Damm entlang des Kanals wird derzeit für touristische Zwecke komplett umgebaut. Neben einem Teil der Bootsschuppenanlage ist bereits auch eine Vielzahl von Garagen abgerissen worden. Unter anderem sollen hier Caravan-Stellplätze entstehen. Außerdem wird der Bau einer Erschließungsstraße zu dem Gebiet vorbereitet.

Für den Tourismus reserviert

Das riesige Grundstück bis zur Straße gehört dem Unternehmer Andreas Tack, der hier noch einen Betrieb für mobile Strahlarbeiten führt. Die touristischen Investitionen allein der Familie Tack würden sich nach derzeitigen Schätzungen auf etwa 5,5 Millionen Euro belaufen, hatte Bürgermeister Müller am Montagabend auf der Einwohnerversammlung berichtet. Dabei war Andreas Tack zunächst gar nicht klar, dass die Fläche zum Bebauungsplan „Koesters Eck“ gehört und damit für den Tourismus reserviert ist. Mit seinem Sandstrahlbetrieb wolle er deshalb auf das RAW-Gelände ziehen, hatte der Unternehmer im vergangenen Jahr angekündigt.

Die Vollstreckungsandrohung gegen Wassersportfreund Dirk René Wolff hat das Rathaus inzwischen zurückgenommen, wie Bürgermeister Axel Müller am Mittwoch auf Anfrage des Nordkurier bestätigte.

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