MILLIONENINVESTITION

Zweites Ärztehaus gibt Teterowern Rätsel auf

Eher zufällig wurden in Teterow Pläne für den Neubau eines medizinischen Versorgungszentrums bekannt. Die Investoren halten sich mit Informationen zurück.
Das Ärztehaus in der Poggestraße ist in die Jahre gekommen. Ein Neubau steht auf der Tagesordnung.
Das Ärztehaus in der Poggestraße ist in die Jahre gekommen. Ein Neubau steht auf der Tagesordnung. Eberhard Rogmann
Teterow.

Man muss sich schon etwas strecken und verrenken, um alle Namen auf dem Dutzend Praxisschildern am Ärztehaus in der Poggestraße lesen zu können. Die Hinweistafel ist derzeit von einem Baugerüst verstellt. Dennoch ist nicht zu verkennen, dass hier die ambulante medizinische Versorgung der Bergringstadt konzentriert ist. Allgemeinmediziner und Zahnärzte haben hier ihre Praxen. Ebenso sind diverse Fachdisziplinen vertreten – von der Augenheilkunde bis zur Gynäkologie. Die Frage ist, wie lange noch?

Die Nachricht zu Wochenbeginn über den geplanten Neubau eines medizinischen Dienstleistungszentrums hat viele überrascht. Der Landtagsabgeordnete Torsten Renz (CDU) hatte bekannt gegeben, dass die Landesregierung 500. 000  Euro aus ihrem Strategiefonds für die Investition der Teterower Wohnungsgesellschaft bereitstellt. Für die Stadt sei der Neubau „eine sehr wichtige infrastrukturelle Einrichtung der Daseinsvorsorge“, betonte Renz. Diese Feststellung wirft allerdings mehr Fragen auf als sie beantwortet. Genügt das bestehende Ärztehaus nicht mehr den Anforderungen? Braucht die Stadt gar zwei Versorgungszentren? Was soll genau auf dem Bauplatz an den Bahngleisen in der Rosenstraße entstehen?

Nur wenige sind in Pläne eingeweiht

Fragen, auf die auch Teterows Stadtvertreter keine Antwort haben. Viele von ihnen sind von dem Vorhaben ebenso überrascht wie die meisten Einwohner. „In den Ausschüssen ist das bisher nicht vorgestellt worden“, wundert sich Herwart Müller, Fraktionsvorsitzender der Linken. Mathias Schmitus von der AfD ist nicht weniger baff. „Über jeden Bauantrag für ein Carport müssen wir entscheiden, doch eine Millioneninvestition unserer eigenen Gesellschaft wird heimlich im stillen Kämmerlein besprochen. Da läuft etwas nicht rund.“ Einzig die Mitglieder im Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft seien bislang in die Pläne eingeweiht, heißt es.

Mit dem Ärztehaus Poggestraße war Teterow bislang gut gefahren. Anfang der 1990er Jahre hatten der Investoren Zündorf & Abel mit dem Bau einer Kombination von Verkaufseinrichtungen und Arztpraxen im Obergeschoss eine beispielhafte Lösung geschaffen. „Wir haben mit der räumlichen Konzentration verschiedener Fachrichtungen das bewährte Prinzip der Poliklinik erhalten“, konstatierte Dr. Christian Kunz, der sich maßgeblich für den Bau eingesetzt hatte. Ein Vierteljahrhundert später haben sich etliche Umstände gewandelt. Das Haus hat in den letzten Jahren etliche Eigentümerwechsel erfahren. Instandsetzungsarbeiten sind vonnöten. Mehrere Fachärzte sind mittlerweile ausgezogen. Die Urologen und die Hautärztin wechselten auf das Gelände des Krankenhauses. Auch die gemeinschaftliche Röntgenpraxis besteht nicht mehr.

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