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Erster Tag in der Pflegepraxis

Uta Großmann (Patin), Jana Beckmann, Cassandra Hein, Cindy Cornelius, Ines Tomschin (Patin) und Pflegedienstleiterin Annerose Prager (v.l.n.r).
Uta Großmann (Patin), Jana Beckmann, Cassandra Hein, Cindy Cornelius, Ines Tomschin (Patin) und Pflegedienstleiterin Annerose Prager (v.l.n.r).
Sören Tetzlaff

Neue Schülerinnen starten am Krankenhaus Angermünde ihre Ausbildung und werden dabei von Patinnen begleitet.

Angermünde. In dieser Woche begannen Jana Beckmann, Cindy Cornelius und Cassandra Hein im Krankenhaus Angermünde Ihre praktische Ausbildung als Pflegekräfte. Drei Jahre dauert der Weg bis zum Examen, auf dem sie von Patinnen begleitet werden. Zum vierten Mal schon werden im Krankenhaus neuen Pflegeschülerinnen Patinnen zur Seite gestellt, um sie in Ihrer Ausbildung zu unterstützen und ihnen persönliche Ansprechpartner zu geben. Diese Form der Hilfe beim Lernen hat sich bewährt und sichert den ständigen Kontakt der Schülerinnen zum Krankenhaus.

„Die Bewerbungen für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege gehen wie auch bei anderen Berufen weiter zurück“, berichtet Pflegedienstleiterin Annerose Prager. „Früher hatten wir 200 Bewerbungen für drei Ausbildungsplätze, heute sind es nur noch 30 bis 40 Bewerbungen.“ Hintergrund sind die heranwachsenden geburtenschwachen Jahrgänge – Kinder der Generation, von der vor 25 Jahren viele in den Westen abgewandert sind oder die sich im Osten beruflich neu orientieren mussten und den Kinderwunsch erst mal zurückstellten. Dazu kommt, dass der Pflegeberuf kein einfacher ist. Er stellt hohe Ansprüche, ist arbeitsintensiv und mit wechselnden Arbeitszeiten verbunden. „Andererseits finden Menschen, die eine abwechslungsreiche Tätigkeit suchen, gern mit anderen Menschen und im Team arbeiten und sich eine breite Basis für die weitere berufliche Entwicklung schaffen möchten, hier genau das Richtige“, sagt Annerose Prager.

Um junge Menschen über den Beruf zu informieren, wird das Krankenhaus
Kooperationsverträge mit Schulen schließen.

Auch auf Berufsmessen oder dem jährlichen Brandenburger Zukunftstag präsentiert sich das Krankenhaus als Ausbildungsstätte mit zukunftssicheren Perspektiven für männliche wie weibliche Bewerber. Vorbereiten können sich Interessenten mit einem Praktikum in der Klinik. Im nächsten Jahr werden vier Ausbildungsplätze angeboten.

Die Auszubildende Cindy Cornelius findet die Idee mit der Begleitung durch Patinnen sehr gut und berichtete von ihren ersten Arbeiten am Patienten. Zusammen mit Schülerin Jana Beckmann hat sie einen Patienten gebettet und versorgt. Patin Ines Tomschin hat sich freiwillig für ihre Aufgabe gemeldet. „Das ist eine sehr gute Sache, die ich mir in meiner Ausbildung sehr gewünscht hätte“, sagt sie. Bei einem Rundgang mit den Patinnen und Pflegedienstleiterin Annerose Prager lernten die Schülerinnen das Krankenhaus und die einzelnen Stationen kennen. Auf einigen werden die Schülerinnen nun ihre Ausbildung absolvieren. „Noch sind die vielen Bereiche des Hauses und die beschäftigten Personen für Sie etwas unüberschaubar, aber mit der Zeit werden Sie sich immer besser zurechtfinden“, verspricht Annerose Prager den neuen Mitarbeiterinnen, denn sie gehören vom Beginn der Ausbildung an mit zum großen Team der im Krankenhaus Beschäftigten. Für alle gelten hohe Ansprüche an die Qualität der Arbeit, Freundlichkeit im Umgang mit den Patienten und die kontinuierliche berufliche Weiterbildung – denn das Lernen geht auch nach der Ausbildung weiter.