Eine Geschichte aus Petersdorf

Stell dir vor es ist Antikriegstag - und viele gehen hin!

Der „Landschleicher" war wohl noch nicht in Petersdorf? Oder ich habe ihn verpasst? Jedenfalls kenne ich seit 1990 diesen, meinen Nachbarort, mit sehr rührigen, kontaktfreudigen und ideenreichen Einwohnern.
Das 2006 errichtete Friedensdenkmal steht vor dem alten Pfarrhaus. Foto: Sabine Drabsch
Das 2006 errichtete Friedensdenkmal steht vor dem alten Pfarrhaus. Foto: Sabine Drabsch Sabine Drabsch
Auch die Jüngsten setzten zum Antikriegstag Zeichen. Foto: Sabine Drabsch
Auch die Jüngsten setzten zum Antikriegstag Zeichen. Foto: Sabine Drabsch Sabine Drabsch
Traditioneller Traktor von Herrn Just, beliebt seit vielen Jahren bei Jung und alt für kleine "Touren über das Festgelände". Foto: Sabine Drabsch
Traditioneller Traktor von Herrn Just, beliebt seit vielen Jahren bei Jung und alt für kleine "Touren über das Festgelände". Foto: Sabine Drabsch Sabine Drabsch
Traditioneller "Gemüse und Suppenverkauf" immer zum Fest bei Familie Eisner mit Kürbis, Riesenzwiebel, Rote Beete, Kartoffeln, Marmelade, Eiern und einer sehr schmackhaften Erbsensuppe. Foto: Sabine Drabsch
Traditioneller "Gemüse und Suppenverkauf" immer zum Fest bei Familie Eisner mit Kürbis, Riesenzwiebel, Rote Beete, Kartoffeln, Marmelade, Eiern und einer sehr schmackhaften Erbsensuppe. Foto: Sabine Drabsch Sabine Drabsch
Petersdorf

Am 1. September fanden sich viele Bewohner trotz Regens am Vereinshaus in Petersdorf ein. Sie waren von ihrem Mitbewohner Wolfgang Strathmann eingeladen, gemeinsam mit einer jungen Landtagskandidatin aus Potsdam ins Gespräch zu kommen: Wie erlebten ältere Einwohner als Zeitzeugen die Befreiung ihres Dorfes im Frühjahr des Jahres 1945? Was verdanken sie dem Mut des damaligen Pastors Kaiser, der sich mit einer weißen Fahne auf den Weg machte, den Soldaten der roten Armee zu signalisieren, dass sie auf ein friedliebendes Dorf treffen würden?

Und alle erinnerten gemeinsam mit Harald Strathmann, Vorsitzender des Bürgerkomitees, Herrn Penz vom Gemeindekirchenrat und den Betreuern und Kindern aus der Wohngruppe „Kleine Lebensbrücke" an eine Schülergruppe aus dem Gymnasium und von der Templiner Förderschule"Willy Gabbert".
Sie begannen 2006 gemeinsam mit ihrem Religionslehrer, Herrn Losch, das Projekt „Friedensdenkmal  Petersdorf". Große Unterstützer waren damals auch Familie Wiechel und der Kirchenrat, sie halfen mit Geld, Kost und Logis für die jungen Leute, die seinerzeit eine Grabplatte mit den Namen gefallener Petersdorfer zum Ausgangspunkt ihrer Forschungen machten.

Alle Menschen wurden sich an diesem 1. September bald einig: "Nie wieder Krieg", „Frieden schaffen ohne Waffen", "Schwerter zu Flugscharen" sind heute wieder sehr aktuelle Worte, die man herausrufen sollte in alle Welt. Und man sollte sich immer wieder am 1. September hier treffen in dem kleinen Ort, durch den im Sommer auch viele Touristen radeln und immer wieder erstaunt sind über ein so kleines, aber feines Dorf mit Spielpatz, Vereinsleben, Sportplatz, Kaffeestube, Campingplatz und eben einem zeitgemäßen „Friedensdenkmal".

Außerdem feiern wir alljährlich ein traditionelles Dorffest, welches für die Uckermärker schon längst kein Geheimtipp mehr ist.

Sabine Drabsch

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Petersdorf

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