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Meistring: Wir haben nichts verschlafen

Vor Tagen kochten die Schüler der Regionalen Schule Löcknitz und der polnischen Partnerschule das Essen gemeinsam innerhalb des Projektes „Der Tag“. Die Schüler probierten und befanden das Essen als gelungen. Auf die Löcknitzer Schulsituation übertragen kann man es auch so formulieren: Die Schulen und die Gemeinde als Schulträger müssen gemeinsam die Suppe auslöffeln. [KT_CREDIT] FOTO: R. Marten

VonRainer MartenEin Konzept der Gemeinde Löcknitz liegt nicht vor, in welchen Räumen nach der Einschulung am 3. August die rund 75 Erstklässler der ...

VonRainer Marten

Ein Konzept der Gemeinde Löcknitz liegt nicht vor, in welchen Räumen nach der Einschulung am 3. August die rund 75 Erstklässler der Grundschule unterrichtet werden. Die Gemeinde als Schulträger erwartet eine konkrete Zuarbeit der Grundschule.

Löcknitz.Baut die Gemeinde Löcknitz auf Zeit? Und präsentiert sie am Ende die Kleine Grundschule auf dem Lande Mewegen als Unterrichtsort für Schulklassen der Grundschule Löcknitz? Möglich. Der Löcknitzer Bürgermeister Lothar Meistring konnte dem Nordkurier im Gespräch am Dienstag keine Lösungsvariante nennen, wie die Raumnot der Schulen in Trägerschaft der Gemeinde gelöst wird. „Es ist eine Situation, mit der wir nicht zufrieden sind. Die Kinder werden aber allseitig und gut vorbereitet im August ihren Unterricht aufnehmen können.“ Die Sorgen der Eltern, so gestand der Bürgermeister ein, sind berechtigt. Die Art und Weise indes, wie über Tage die Raumnot der Schulen thematisiert wurde und am Ende die Aussage im Raum steht, die Gemeinde habe die Entwicklung verpennt, kritisierte er.
Löcknitz habe, wenn es um die Kinder ging, immer Verbündete gesucht – und gefunden. Der neue Kindergarten belege das sehr eindrucksvoll. „Bei den meisten Eltern ist Sachlichkeit vorhanden, darauf bauen wir. Und wir werden unsere Verantwortlichkeit nicht delegieren.“
Löcknitz Bürgermeister legte eine Liste der bisherigen Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen an der Grundschule und der Regionalen Schule vor. In den vergangenen zwei bis drei Jahren seien dort rund 150 000 Euro investiert worden. Die Ausgaben der Gemeinde für die Objekte beginnen schon im Jahre 2000 – mit der Dachsanierung. Es folgten neue Sanitäranlagen, neue Fenster und Türen. 2007 erhielt die Schule ein Fachkabinett /Computer. Vergleichbare Arbeiten wurden an der Regionalen Schule finanziert. Das Thema Schule insgesamt sei seit 2000 permanent Thema der Gemeindevertretung. Derzeit werden aktuell am Antrag „Schulcampus“, ein Förderprojekt über Interreg V der Pomerania, gearbeitet. Es handelt sich um eine Investition, die etwa den Vier-Millionen-Euro-Bereich erreichen wird. Gefördert werde mit 85 Prozent. Der Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von 15 Prozent der Gesamtkosten sei eine große Herausforderung.
Löcknitz Bürgermeister thematisierte dann vor allem inhaltliche Fragen: Das Thema Schule begleitet die Gemeindevertretung bereits seit Jahren. „Wir haben ständig an einem Tisch gesessen, und ich denke, ich habe in all den Jahren einen grundsätzlichen Fehler gemacht: Ich habe die Einheitsschule nicht geschaffen.“ Einheitsschule, so der Bürgermeister, hätte eine einheitliche Verantwortung für den Schulbetrieb nach sich gezogen – auch für inhaltliche Fragen und für die Raumplanung. Er habe sich diese Schulform in Woldegk angesehen – und sie habe überzeugt.
Der derzeitige Raummangel sei indes auch der Konzentration des Schulbetriebes geschuldet. „Ich habe Grambow nicht abgeschafft. Und betrachtet man die Schulnetzkonzeption des Landkreises, dann würden heute auch die Penkuner und Mewegener Schüler schon in Löcknitz sein. Das Konzept ist so geschrieben und schon lange überholt“, so der Bürgermeister. Keine nachhaltige Beachtung findet in der Landespolitik die besondere Löcknitzer Situation: Der Zuzug von Bürgern aus dem Nachbarland erfordert auch nachhaltige Investitionen. Unterrichtsmaterialien müssten oft zweisprachig besorgt werden. Diese finanzielle Bürde hat die Gemeinde als Schulträger alleine zu tragen.
Heute beraten in Löcknitz die Schulverantwortlichen die Raumnot.