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Mordsgeschäft mit deutschen Knarren

Präzise und tödlich: Der Besucher einer Waffenmesse legt ein Gewehr des deutschen Herstellers Heckler&Koch an. [KT_CREDIT] Foto: Daniel Karmann

Wie harmlos das klingt: eine Kleinwaffe. Irgendwie nach Taschenmesser oder Prügelstab. Von wegen: Mit sogenannten Kleinwaffen wie Kalaschnikows, ...

Wie harmlos das klingt: eine Kleinwaffe. Irgendwie nach Taschenmesser oder Prügelstab. Von wegen: Mit sogenannten Kleinwaffen wie Kalaschnikows, Uzi-Maschinenpistolen oder deutschen G3-Sturmgewehren von Heckler&Koch werden in Bürgerkriegen und internationalen Konflikten mehr Menschen getötet als mit anderen Waffen. Pro Jahr sind es bis zu 400000 Opfer –so schätzten es Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International.

Für den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan sind Kleinwaffen das eigentliche „Massenvernichtungsmittel des 21. Jahrhunderts.“ Die verharmlosende Bezeichnung entstand durch eine schlechte Übersetzung. Mit „small arms“ sind eigentlich eher „leichte Waffen“ gemeint, die ein Einzelner tragen und bedienen kann. Nach Schätzungen sind davon weltweit mindestens 900 Millionen im Umlauf.

Auch für deutsche Firmen ist das ein Mordsgeschäft: 2012 exportierten sie Kleinwaffen und Kleinwaffenteile für mehr als 76 Millionen Euro – so viel wie seit anderthalb Jahrzehnten nicht mehr und doppelt so viel wie im Jahr zuvor (37,9 Millionen). „Kleinwaffen aus Deutschland sind international sehr beliebt“, sagt der Amnesty-Waffenexperte Matthias John. „Das ist der Rolls Royce auf dem Markt.“
Insgesamt liegt Deutschland im internationalen Rüstungsgeschäft auf Platz drei. Die aktuellen Zahlen kamen am Montag über eine Antwort der Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion an die Öffentlichkeit.
Wie meist in solchen Fällen beschränkte sich die Bundesregierung darin auf das Allernötigste an Information. Bekannt wurde aber, dass auch in Länder geliefert wurde, die wegen Menschenrechtsverletzungen massiv in der Kritik stehen – zum Beispiel an Saudi-Arabien.