Österreich

Ab Mai Rauchverbot im Auto mit Kindern

Wer nach Österreich fährt, sollte bedenken: Im Auto darf nicht mehr geraucht werden, sobald Kinder mitfahren. Ist das auch eine Idee für Deutschland?

In Österreich gilt ab dem 1. Mai ein Rauchverbot im Auto bei Fahrten mit Minderjährigen. Darauf weist der ADAC Urlauber hin. Das Verbot gelte für den Fahrer und alle Mitreisenden. Bei einem Verstoß werden dem Autoclub zufolge bis zu 1000 Euro Bußgeld fällig. Das Rauchverbot in der Gastronomie hatte die rechtskonservative österreichische Regierung Ende März dagegen wieder gekippt. In Lokalen und Kaffeehäusern dürfen Urlauber also weiterhin rauchen.

Rauchen am Steuer ist bei Experten umstritten. „Ein grundsätzliches Rauchverbot gibt es in Deutschland nicht”, sagt Anja Smetanin vom Auto Club Europa (ACE). „Aber es wäre durchaus zu befürworten. Gerade mitfahrende Kinder leiden unter Zigarettenrauch stark.” Andere Länder haben das bereits erkannt und entsprechende Gesetze erlassen. In Griechenland und Frankreich gibt es beispielsweise ein Rauchverbot im Auto, wenn minderjährige Kinder unter zwölf Jahren mitfahren. „In Großbritannien gilt das Verbot sogar bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr.”

Am Steuer kann es brenzlig werden

In Italien darf zudem auch nicht geraucht werden, wenn eine schwangere Person im Fahrzeug sitzt, ergänzt Christian Janeczek vom Deutschen Anwaltverein (DAV). Doch nicht nur im Hinblick auf die Spätfolgen bei Mitfahrenden durch das Passivrauchen ist eine Gefahr gegeben, sondern auch dadurch, dass der Fahrer abgelenkt ist.

„Besonders gefährlich wird es, wenn er eine Zigarette anzündet und somit den Blick von der Straße abwendet”, sagt Smetanin. Brandgefährlich: Glut fällt auf den Teppich oder aufs Polster. „Beim Rettungsversuch der Autotextilien hat schon mancher die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren.”

Bundestagsabgeordnete planen unterdessen eine entsprechende Initiative für Deutschland. Er werde sie im Rahmen eines fraktionsübergreifenden Nichtraucher-Frühstücks vorschlagen, sagte der SPD-Abgeordnete Lothar Binding der „Saarbrücker Zeitung”. Der CDU-Parlamentarier Rudolf Henke kündigte Unterstützung an. „Viele Leute brauchen offenbar ordnungspolitische Vorgaben, damit sie ihre eigenen Kinder schützen”, sagte er. Der Gesundheitsschutz habe einen höheren Stellenwert als „Freiheit zur Ignoranz”.

 

 

 

dpa

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