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Nippon entdeckt die Nischen auf dem Automobilmarkt

 SUV mit Kleinwagen-Genen: Der Honda Vezel ist vom Jazz abgeleitet.
 SUV mit Kleinwagen-Genen: Der Honda Vezel ist vom Jazz abgeleitet.
Thomas Geiger

Beim Heimspiel auf der Motorshow in Tokio entdecken die wieder erstarkten Hersteller aus Japan die Nischen und zeichnen das Bild einer bunten Zukunft.

 Kleine Preise, hohe Qualität und saubere Antriebe – damit sind die japanischen Automobilhersteller groß geworden. Doch Lust und Leidenschaft kommen einem beim Blick auf die Bestseller von Toyota & Co. nicht sofort in den Sinn. Das könnte sich bald ändern. Diesen Eindruck bekommt man bei einem Rundgang über die Motorshow in Tokio. Denn dort präsentieren sich die japanischen Autobauer stark und selbstbewusst und drängen in zahlreiche Nischen.

Die Japaner trumpfen in Tokio vor allem mit Coupés, Cabrios, Gelände- und Sportwagen auf. So zeigt die noble Toyota-Tochter Lexus ihr Portfolio um das elegante Mittelklasse-Coupé RC, das 2014 in den Handel kommt.

Toyota hat eher bodenständige Neuheiten für den Heimatmarkt auf dem Stand. Doch eine Tochterfirma aus präsentiert nebenan den Yaris als Cabrio, das flankiert wird von einer Crossover-Variante des Yaris und einer Sportversion.

Honda stellt dem SUV CR-V den kleineren Bruder Vezel zur Seite und will damit gegen Konkurrenten wie den Opel Mokka antreten. Der Vezel ist vom Jazz abgeleitet und soll ab 2015 erhältlich sein.

Nissan hat für den überarbeiteten Sportwagen GT-R und die nachgeschärfte Version GT-R Nismo mit 441 kW/600 PS starkem V6-Motor sehr wohl auch die deutsche Kundschaft im Blick.

Leistungsstarke Turbo-Modelle und schnittige Coupés sind auf der Motorshow in aller Munde, Öko-Technik ist dagegen fast kein Thema mehr: Über den Hybridantrieb spricht man nicht – den hat man einfach. Auch Elektroautos sind bei den meisten japanischen Marken längst Standard. Einzige Ausnahme ist Mazda. Der Hersteller aus Hiroshima hat um alternative Antriebe bislang einen Bogen gemacht und holt jetzt in Tokio das Verpasste nach: Auf der Messe gibt es den Mazda3 als erstes Hybridmodell der Marke zu sehen.Andere Hersteller sind da deutlich weiter. Der Mitsubishi-Stand zum Beispiel steht voller Plug-in-Hybridmodelle. Und Toyota und Honda liefern sich ein Wettrennen bei der Brennstoffzelle. Beide Marken wollen den Wasserstoffantrieb ab 2015 anbieten.