RAUS AUS DER RÖHRE

Sicherheitstipps für Tunnelfahrten

Zerbeulte Karossen, dichte Flammen und kein Himmel: Wenn nach einem Unfall in einem Tunnel ein Brand ausbricht, wird es gefährlich. Doch durch richtiges Verhalten im Notfall können Autofahrer zu ihrer Sicherheit beitragen. Das gilt auch für den gewöhnlichen Stau.
Nichts wie raus: Auf Fluchtwege in einem Tunnel weisen in der Regel Leuchtschilder hin. Vor allem bei starker Rauchentwicklung infolge eines Brandes müssen die Röhren sofort verlassen werden. Fabian Hoberg
München.

Generell sind Tunnel Röhren recht sicher. ADAC-Tunnel-Tester  Dieter Tetzner erklärt, worauf es ankommt: "Die Fahrbahnen sollte breit genug sein und die Beleuchtung stimmen. Die Notausgänge müssen in kurzen Abständen aufeinanderfolgen." Zur Sicherheitstechnik zählten ein Kommunikationssystem mit Fahrzeugortung und Videoüberwachung. Mady Christ, die beim ADAC den Tunneltest koordiniert, ergänzt: "Lebenswichtig sind Flucht- und Rettungswege, Pannenbuchten oder Seitenstreifen, die Lüftung sowie Lautsprecher für Durchsagen."

Worauf müssen Fahrer achten?

Liegen Tunnel auf der Reiseroute, muss ausreichend Sprit im Tank sein, denn Zapfsäulen gibt es nicht in den Röhren. Das Abblendlicht bleibt eingeschaltet, die Sonnenblende wird hochgeklappt. Denn je besser der Fahrer sieht, desto sicherer ist er unterwegs, das gilt vor allem im Tunnel. "In einem Tunnel mit Gegenverkehr orientiert man sich am rechten Rand, niemals an der Mittellinie", rät Mady Christ.

Um stets über die Verkehrslage informiert zu sein, wählt der Fahrer einen Radiosender mit Verkehrsfunk. Und nur im Notfall darf in den speziellen Buchten gehalten werden, das Wenden oder Rückwärtsfahren ist tabu. Stockt der Verkehr, sollten Kraftfahrer wie sonst auch die Warnblinkanlage einschalten, rät der ADAC. Kommt es im Tunnel zum Stau, ist Sitzenbleiben und Abwarten die Devise. In allen Fällen sind die Durchsagen und Informationen des Tunnelpersonals zu beachten.

Kündigt sich ein Fahrzeugbrand - etwa durch ersten Rauch - an, ist es laut ADAC am besten, das Auto nach Möglichkeit aus dem Tunnel zu fahren. Ansonsten sollte die nächste Pannenbucht angesteuert oder der Wagen mit eingeschaltetem Warnblinker so weit wie möglich rechts geparkt werden. "So wird der Verkehr möglichst wenig behindert, und die Rettungskräfte kommen besser durch", sagt ADAC-Mitarbeiterin Christ.

Warnweste anziehen

Mit Warnweste verlassen dann alle Insassen das Fahrzeug und gehen zur nächsten Sicherheitsschleuse oder Bucht. Der Motor ist dabei abgestellt, der Zündschlüssel bleibt stecken, damit Helfer das Fahrzeug rangieren können. Anschließend informiert der Fahrer die Rettungskräfte über das Notrufsystem im Tunnel. So wird anders als beim Anruf per Handy gewährleistet, dass die Unfallstelle automatisch geortet wird und die Helfer schneller vor Ort sind.

Für den Fall eines Fahrzeugbrandes, ausgelöst etwa durch einen technischen Defekt, hängen an den Tunnelwänden Feuerlöscher. Betroffene sollten zwar mit den Löscharbeiten beginnen und kleine Brände selber löschen. "Doch können sie die Flammen nicht eindämmen, oder wird die Rauchentwicklung zu stark, sollte der Tunnel über die Fluchtwege sofort verlassen werden", mahnt Mady Christ. Zum Glück brächen Tunnelbrände relativ selten aus.

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