Verkehr

So gefährlich sind Handys und Kopfhörer auf der Straße

Wenn die Augen nur auf den Bildschirm gerichtet sind und die Ohren nur die Musik aus Kopfhörern wahrnehmen, kann es für Verkehrsteilnehmer gefährlich werden.

Jeder hat sie schon mal auf der Straße beobachtet: Menschen mit Blick nach unten, die während des Gehens permanent auf ihr Handy sehen. Oder jene, die durch Kopfhörer akustisch von der Außenwelt abgeschnitten sind. Was jedoch höchstens merkwürdig anmutet oder bei einer Kollision mit einer Laterne maximal zu einer Beule am Kopf führt, kann auch deutlich gefährlicher werden.

So trug der 18-jährige, der vor einigen Tagen an einem unbeschrankten Bahnübergang in Neubrandenburg gestorben war, sogenannte In-Ear-Kopfhörer. Die sind sehr klein, sitzen tief im Ohr und dämpfen Lärm von außen besonders gut. Der Radfahrer hatte laut Polizei den Zug nicht kommen gehört.

In Karlsruhe ist jetzt eine 17-Jährige von einer Straßenbahn erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. Sie habe am Mittwoch an einer Haltestelle die Gleise überquert, teilte die Polizei am Abend mit. Die Fußgängerin sei von ihrem Handy abgelenkt gewesen. Zudem habe sie Kopfhörer getragen, so die Beamten. Die Jugendliche wurde von der Bahn angefahren und zu Boden geschleudert.

Telefonieren im Auto nur mit Freisprechanlage

Das Smartphone ist längst ein äußerst gefährlicher Begleiter im Straßenverkehr geworden. Mittlerweile sterben mehr Autofahrer durch die Ablenkung des Handys als durch Alkohol, schätzen Experten. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil das Smartphone in Deutschland noch nicht als offizielle Unfallursache in die Statistik einfließen kann.

Seit dem 19. Oktober 2017 gelten verschärfte Regeln für die Benutzung von Handys, Navis und Unterhaltungselektronik im Straßenverkehr – für Fahrradfahrer genauso wie für Autofahrer. Wer bei der Fahrt telefonieren will, muss eine Freisprechanlage benutzen und darf höchstens einen Knopf betätigen, zum Beispiel um den Anruf anzunehmen. Das ist die sogenannte „One-Touch”-Regel.

Sebastian Langer

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