Der Angeklagte versteckte sein Gesicht hinter einem Aktenordner, während sich sein Anwalt Sascha Haring (links) auf den P
Der Angeklagte versteckte sein Gesicht hinter einem Aktenordner, während sich sein Anwalt Sascha Haring (links) auf den Prozessbeginn vorbereitete. Felix Gadewolz
Landgericht Neubrandenburg

Hundertfacher Hausbootbetrug wird jetzt vor Gericht verhandelt

Betrüger sollen für Hausboote und Ferienwohnungen an der Seenplatte und auf Usedom Anzahlungen kassiert haben. Das Problem: Sie gehörten ihnen gar nicht.
Neubrandenburg

Fast ein Jahr nach einer Betrugsserie mit falschen Miet-Hausbooten und Ferienwohnungen hat am Donnerstagvormittag die strafrechtliche Aufarbeitung begonnen. Ein 43-jähriger Mann muss sich vor dem Landgericht in Neubrandenburg wegen gewerbsmäßigen Betruges verantworten. Der Beschuldigte stammt aus Nordrhein-Westfalen. Er war nach einem längeren Aufenthalt in Portugal im Dezember 2021 in der Region Köln gefasst worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Mutmaßlicher Komplize vor wenigen Wochen in Belgien gefasst

Der Angeklagte soll zusammen mit einem 39-jährigen Komplizen illegal Fotos von Booten und Ferienwohnungen anderer Anbieter auf Internetseiten zur angeblichen Vermietung angeboten und Anzahlungen kassiert haben. Auch für Berghütten warben die Fake-Internetseiten der Männer, hieß es. Der 39-Jährige war erst vor wenigen Wochen in Belgien von Zielfahndern gefasst worden, er soll später vor Gericht kommen.

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Die mutmaßlichen Betrüger hatten dabei unter anderem Anlaufstellen im brandenburgischen Rheinsberg, am Stadthafen in Waren an der Müritz sowie in Mellenthin auf Usedom benannt, wo aber niemand zu finden war. Nach Anzahlungen von mehreren hundert Euro pro Fall war der Kontakt zu den Anbietern abgebrochen.

Angeklagter wird für 137 Fälle verantwortlich gemacht

Dem Duo werden rund 200 Betrugsfälle mit einem Schaden von 120 000 Euro angelastet. Der 43-Jährige soll sich allein für 137 Fälle des Betrugs in besonders schwerem Fall verantworten, Der Gesamtschaden wird in seinem Fall mit rund 87 000 Euro angegeben. Möglicherweise könnte bereits heute ein Urteil gefällt werden.

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