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Vier Verdächtige sollen Opfer gequält haben – versuchter Totschlag?

Vor dem Landgericht Neubrandenburg müssen sich vier Menschen verantworten, die einen Mann erst in seiner Wohnung gequält und später in einen Schacht geworfen haben sollen.
Das Landgericht Neubrandenburg beschäftigt sich mit einem Fall von brutaler Gewalt.
Das Landgericht Neubrandenburg beschäftigt sich mit einem Fall von brutaler Gewalt. BillionPhotos.com_stock-adobe-com
Neubrandenburg ·

Wenn die Vorwürfe zutreffen, dann muss das Opfer schlimme Qualen erlitten haben. An diesem Donnerstag beginnt vor dem Landgericht Neubrandenburg ein Verfahren gegen vier Tatverdächtige wegen des Tatvorwurfs der gefährlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Aussetzung, heißt es in einer Mitteilung. Ursprünglich wurde vor dem Warener Amtsgericht Anklage erhoben. Nach der Beweisaufnahme haben die Schöffen das Verfahren aber nach Neubrandenburg verwiesen, weil auch eine Verurteilung wegen versuchter Tötung in Frage käme. Angeklagt sind ein 23-Jähriger aus Rechlin, ein 47-Jähriger aus Mirow, eine 26-Jährige aus Lärz sowie ein 23-Jähriger aus Rechlin.

Opfer musste unbekannte Substanz einnehmen

Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg wirft den Angeklagten vor, am 28. Februar 2021 das Opfer erst in dessen Wohnung mit einer Krücke und Faustschlägen traktiert zu haben. Anschließend habe man dem Opfer einen Stoffbeutel über den Kopf gezogen, ihn weiter geschlagen und gegen seinen Willen zu einer verlassenen Hochbunkeranlage gebracht. Dort habe er eine unbekannte Substanz einnehmen müssen, wonach er sich unwohl fühlte. Nach weiteren Schlägen und Tritten sei der Mann in einen Schacht geschubst worden, wo er hilflos nur mit Hose, T-Shirt und Pullover sowie einer dünnen Jacke bekleidet eine Nacht bei Minustemperaturen verbringen musste.

Am nächsten Tag sei es ihm gelungen, Hilfe zu holen. Der Mann kam stark unterkühlt und mit zahlreichen Hämatomen ins Neubrandenburger Bonhoeffer-Klinikum.

Drei der vier Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Derzeit sind 15 Verhandlungstage bis in den Februar 2022 hinein angesetzt.

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