Versuchter Mord

Weitere Zeugen im Prozess um misshandelten Nachbarn

Die vier Angeklagten aus Lärz, eine Frau und drei Männer, werden zum fünften Prozesstag erneut auf der Anklagebank Platz nehmen. In Beweisaufnahme dauert an.
Am Landgericht Neubrandenburg wird am Dienstag der Selbstjustiz-Prozess fortgesetzt.
Am Landgericht Neubrandenburg wird am Dienstag der Selbstjustiz-Prozess fortgesetzt. Carina Göls
Neubrandenburg

Im Zuge der Beweisaufnahme wird am Dienstag der sogenannte Selbstjustiz-Prozess am Landgericht Neubrandenburg fortgesetzt. Eine Frau und drei Männer sitzen wegen versuchten Mordes auf der Anklagebank. Sie sollen im Februar einen 39-jährigen Mann aus ihrer Nachbarschaft geprügelt, verschleppt und in einem Bunker zum Sterben ausgesetzt haben. Wie Gerichtssprecher Christain Weidlich auf Nachfrage informierte, werden am fünften Prozesstag weitere Zeugen gehört werden. Die Angeklagten haben sich bisher nicht geäußert.

Vorwurf des sexuellen Missbrauchs

Die 26-jährige Hauptangeklagte soll der Meinung gewesen sein, dass der Nachbar ihre Kinder sexuell missbraucht. Dafür sollte er zahlen. Die vier Beschuldigten sollen den 39-jährigen Epileptiker, der laut Gericht noch heute psychisch unter den Folgen des Erlebten leidet, in dessen Wohnung aufgesucht, geschlagen, ihn mit einem Cuttermesser „tätowiert” und ihm die Haare „geschnitten” haben. Anschließend habe er einen Sack über den Kopf bekommen, sei in ein Auto gezerrt worden und habe sich in dem Waldstück einige Kilometer von Lärz – in Schillersdorf – wieder gefunden. Dort erlebte er der Anklage zufolge wieder körperliche Gewalt und sei in den Bunker gestoßen worden. Er überlebte trotz starker Unterkühlungen und blutiger Wunden am ganzen Körper.

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