Rieka Wilken (ganz links) und Petra Runderfoort aus den Niederlanden waren die ersten Fahrgäste, die in Federow mit dem M
Rieka Wilken (ganz links) und Petra Runderfoort aus den Niederlanden waren die ersten Fahrgäste, die in Federow mit dem Müritz rundum-Ticket in den Bus stiegen. Der wird mit Bernd Kowalczyk sogar von einem Kargower gefahren, was Bürgermeister Matthias Kagel besonders freut. Ingmar Nehls
Mobilität im Urlaub

Kargow fährt jetzt auch im Müritz rundum-Bus mit

Die Linie führt durch die Nationalparkgemeinde Kargow. Doch die Gäste konnten bisher das Angebot nicht nutzen und mussten den vollen Fahrpreis zahlen. Das ist nun vorbei.
Federow

Rieka Wilken und Petra Runderfoort gefällt es so gut an der Müritz, dass die beiden Damen aus den Niederlanden schon mehrfach Urlaub in Federow gemacht haben. Den verbringen sie auch in diesem Jahr in der Pension „Die bunte Kuh“ von ihrer Landsfrau Maria Hoogendooren. Wenn sie mit dem Bus der Nationalparklinie, der direkt vor der Pension hält, in Richtung Boek oder Waren fahren wollten, mussten sie bisher eine Fahrkarte kaufen.

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Nun gilt die Gästekarte als Fahrschein

Seit Freitag können sie und alle anderen Übernachtungsgäste aus Kargow mit ihrer Gästekarte einsteigen und so viel Bus fahren, wie sie wollen. Denn die Gemeinde Kargow, die sich aus den Ortsteilen Federow, Kargow-Unterdorf, Speck, Godow, Damerow, Schwarzenhof, Rehhof und Kargow zusammensetzt, gehört jetzt zur Müritz rundum-Gemeinschaft. „Ein riesiger Schritt in die Zukunft. Aber das heißt nicht, dass wir fertig sind. Wir müssen hart weiter arbeiten für die Tourismusentwicklung in der Gemeinde“, sagte Kargows Bürgermeister Matthias Kagel bei der kleinen Feier am Freitag.

Vermieter für Mobilitätsangebot

Konkret sollen die Vogelbeobachtungskamera der Tourist-Info modernisiert und der Eingangsbereich zum Nationalpark umgestaltet werden. Für solche Vorhaben sei es ein enormer Vorteil, nun auch anerkannter Tourismusort zu sein, sagte Kagel. Der Wunsch, dann aber auch beim Mobilitätsprojekt Müritz rundum einzusteigen, sei von mehreren Vermietern an ihn herangetragen worden, sagte Kagel. In der Gemeinde gibt es das Nationalparkhotel Kranichrast in Schwarzenhof und das Gutshaus Federow sowie Pensionen und private Ferienwohnungen.

Schnelle Entwicklung

„Noch vor einem Jahr und im Zuge der alten Gesetzgebung war Kargow ein Tourismusort zweiter Klasse. Obwohl Nationalparkgemeinde und mit über 100 000 Tagesgästen touristisch frequentiert, war Kargow kein prädikatisierter Ort und konnte keine Kurabgabe erheben. Gäste des Ortes konnten also nicht die Gästekarte Müritz rundum erwerben“, sagte Bert Balke, Geschäftsführer des Tourismusverbands Mecklenburgische Seenplatte. Man sei sehr glücklich, dass es am Beispiel Kargow gemeinsam mit allen Partnern und in kürzester Zeit gelungen sei, Kargow zum vollumfänglich arbeitenden Tourismusort zu entwickeln. „Uns freut es insbesondere für die Gastgeber und Gäste, dass sie jetzt Teil von Müritz rundum sind“, sagte Balke. Für Pensionsbetreiberin Maria Hoogendooren sei Müritz rundum ein Service für den Gast und damit eine klare Stärkung des Standortes und auch ihrer Pension.

Mitglied im Tourismusverband

Begonnen hatte der Prozess in Kargow vor über zwei Jahren im Austausch zwischen dem Tourismusverband und Gemeindevertretung. Im August 2020 erklärte Kargow seine Partnerschaft bei der Bewerbung des Tourismusverbands zur Modellregion. Gemeinsam mit Amt, Gemeinde, Nationalpark und Tourismusverband wurde bereits wenige Wochen später der Antrag zur Prädikatisierung an den Start gebracht. Im Dezember 2021 wurde Kargow von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zum Tourismusort ernannt. Seither wurden gemeinsam die Kurabgabesatzung und die Kalkulation aufgestellt und beschlossen und alle technischen Fortschritte realisiert. Am 31. Mai wurde der offizielle Beschluss der Gemeindevertretung zum Müritz rundum-Beitritt gefasst. Seit 2022 ist die Gemeinde Kargow Mitglied im Tourismusverband.

Zm Westufer der Müritz und zürück

Wohin Rieka Wilken und Petra Runderfoort in den kommenden Tagen noch reisen, wollen sie sich überlegen. Gestern ging es nach Boek. Von dort wollten sie vielleicht mit dem Schiff übersetzen an das Westufer der Müritz und dann mit dem Bus wieder nach Federow fahren. Die beiden waren übrigens nicht die einzigen Urlauber aus Federow, die am Freitagmorgen gleich den ersten Bus nutzten.

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