TIERSCHUTZ

▶ Mirows wilde Katzen sollen eigenen Wald bekommen

Das Problem freilaufender Haustiere kennen viele Kommunen. In Mirow will man das Problem mit einem ganz neuen Ansatz lösen.
An dieser Stelle am Ortsausgang in Richtung Granzow soll Mirows Katzenwald entstehen. Es wäre landesweit wohl der erste K
An dieser Stelle am Ortsausgang in Richtung Granzow soll Mirows Katzenwald entstehen. Es wäre landesweit wohl der erste Katzenwald überhaupt. Tobias Lemke + © iagodina - stock.adobe.com
Mirow ·

Ströpern bald etliche Katzen durch ein Wäldchen an der Granzower Straße in Mirow? Die Stadt will zusammen mit dem Tierschutzverein aus Neustrelitz dort nämlich ein eingezäuntes Areal nur für Miezen schaffen, einen Katzenwald. Was beim ersten Lesen niedlich klingt, hat einen ernsthaften Hintergrund. Denn der Umgang mit wilden Katzen stellt in vielen Städten eine Herausforderung dar.

Anwohner haben sich über Streuner beschwert

Das Projekt Katzenwald sei jetzt mal eine andere Herangehensweise, sagt Mirows Bürgermeister Henry Tesch (CDU). In Mirow hatte es zuletzt Anwohnerbeschwerden über viele freilaufende Katzen gegeben. Wie viele es genau sind, lasse sich schwer beziffern. „Es ist jedenfalls so massiv, dass es auffällt“, sagt Tesch. Kastrationsprogramme seien schön und gut, würden das Problem aber nicht langfristig lösen. Nach einiger Zeit gebe es dann doch wieder junge Tiere. Hinzu kommt, dass es nach wie vor eine Kontroverse zwischen denjenigen gibt, die es für richtig halten, die freilebenden Katzen zu füttern, und denjenigen, denen es schon zu viel ist, wenn es eine einzige ströpernde Katze in der Nachbarschaft gibt.

Beim Katzenwald geht es nun darum, das Ganze in etwas geordnetere Bahnen zu leiten. Es entsteht sozusagen eine kontrollierbare Futterstelle. Denn der Katzenwald soll besuchbar sein, etwa für die Bürger, die sich im Tierschutz engagieren und füttern wollen. „Dabei geht es nicht darum, die Tiere wegzusperren“, sagt Tesch. Das betont auch Silvio Schwarz vom Tierschutzverein Neustrelitz. Vielmehr sei das Areal als ein Katzenschutzgebiet anzusehen. Die Tiere hätten 6200 Quadratmeter zur Verfügung. Es sollen Unterschlupfmöglichkeiten gebaut werden und regelmäßige tierärztliche Kontrollen stattfinden. Bevor ein Tier in den Katzenwald kommt, wird es kastriert.

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Anlage könnte ein echtes Pilotprojekt werden

Bei der Einrichtung der Anlage und dem Bau eines passenden Zauns mit Übersprungschutz will das Neustrelitzer Tierheim bzw. der Tierschutzverein die Mirower unterstützen. Es sei ein echtes Pilotprojekt, das beispielgebend für andere Kommunen werden könne. „Ich wüsste nicht, dass es in MV schon eine vergleichbare Anlage gibt“, sagt Schwarz.

Im Gegensatz zu Fundhunden würden sich freilaufende Katzen im Tierheim nur schwer unterbringen lassen und seien so gut wie nicht vermittelbar. Im Tierheim gingen die an Freiheit gewöhnten Katzen förmlich die Wände hoch. „Man tut den Katzen damit keinen Gefallen“, so der Tierschützer. Wie viele Samtpfoten im Katzenwald Platz hätten, kann Schwarz noch nicht sagen. Dazu werde es noch Gespräche mit dem Veterinäramt geben.

Umsetzung dauert aber noch

Bis zur Umsetzung kann es ohnehin noch ein bisschen dauern. Zunächst steht in der Mirower Stadtvertretung bei der Sitzung am Dienstagabend ein Grundsatzbeschluss zur Errichtung des Katzenwaldes auf der Tagesordnung. Damit verbunden wäre schon mal die Beantragung zur Waldumwandlung, sodass der Haltung von Haustieren auf der Fläche nichts mehr im Wege stünde. Seit dem neuen Fundtiererlass in MV müssen sich Kommunen im Land verstärkt Gedanken um den Umgang mit verwilderten Haustieren machen.

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Kommentare (3)

Katzen sind Massenmörder.

Der einzige der erschossen werden sollte, das sind Sie!

...sollte aber gut geplant sein, denn die Katzen werden zwar versorgt, bleiben aber Jäger...haben aber auch Feinde (böse Menschen soundso) z.B. Marder. Und liebe Politiker der Kommunen in MV: Setzt endlich die Kastrationspflicht für Freigänger durch!
Bin auch im Tierschutz...und würde mir für Stralsund ebenfalls so ein Projekt wünschen, gibt genug leerstehende, verwilderte Gartensparten, welche man dann einzäunen könnte....ect. oder auch Gebäudeanlagen...wo man betreute Projekte realisieren kann. Mehr Achtung, Respekt und Mitgefühl gegenüber jeglichem Leben fehlt der Konsum- und Spaßgesellschaft und wird Kindern auch nicht mehr beigebracht. Hauptsache die "Welt ist digital". Aber Welt und Erde sind ganz unterschiedliche Begriffe.
AHOI