Die Staatsanwaltschaft klagt den Rentner aus Priborn des Totschlags an.
Die Staatsanwaltschaft klagt den Rentner aus Priborn des Totschlags an. Felix Gadewolz
Hausexplosion

Prozess um Totschlag in Priborn – Gericht schließt Öffentlichkeit aus

Die Verhandlung gegen einen 66-Jährigen, der seine Frau getötet haben soll, findet ohne Zuhörer statt. Begründet wird das mit einer möglichen Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie.
Neubrandenburg

Die Verfahrensteilnehmer bleiben im Prozess gegen einen Rentner aus Priborn unter sich. Am Donnerstagvormittag hat die zuständige Kammer des Neubrandenburger Landgerichts unter Leitung der Vorsitzenden Richterin Daniela Lieschke die Öffentlichkeit für die Dauer der Hauptverhandlung ausgeschlossen. Die Verteidigerin des Angeklagten, Rechtsanwältin Katja Schade, hatte zuvor den Antrag auf Ausschluss gestellt.

Erklärung des Angeklagten angekündigt

Das Gericht kam dem nach und begründete die drastische Maßnahme mit schutzwürdigen Interessen und der Privatsphäre des Angeklagten. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass mit dem Urteil auch eine Unterbringung des 66-Jährigen in einer psychiatrischen Einrichtung verkündet werden müsse. Die Verteidigerin des Angeklagten hatte am ersten Prozesstag Mitte Juni eine Erklärung ihres Mandanten angekündigt.

Lesen Sie auch: Gas-Explosion in Priborn – Mann soll Ehefrau getötet haben

Der Mann soll am 6. Dezember des vergangenen Jahres laut Staatsanwaltschaft seine gleichaltrige Frau damals im Schlafzimmer erstickt haben. Anschließend habe er sich ins Bett neben sie gelegt, Türen und Fenster abgedichtet und mit einer Kerze eine Gasflasche angezündet. Die Wucht der Explosion riss ein Fenster aus dem Rahmen und setzte die Bettwäsche in Brand.

Mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik

Als die Rettungskräfte am Unglücksort eintrafen, lebte der Mann aber noch. Wahrscheinlich, das vermutet man auch unter den Ermittlern, war das anders geplant. Schwer verletzt, mit Verbrennungen dritten und vierten Grades, brachte ihn ein Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Berlin. Ende Januar hatten ihn die Ärzte soweit wieder hergestellt, dass er als haftfähig galt. Aber schon in der Klinik war der Rentner von Polizisten bewacht worden.

Außerdem interessant: Tote aus Priborn wird obduziert – Verdächtiger Ehemann noch nicht befragt

Ein Urteil wird in dem Prozess wahrscheinlich am 9. August erwartet. Für die Verkündung des Urteils soll nach dem Willen des Gerichts die Öffentlichkeit wieder zugelassen sein.

zur Homepage