Vorort-Termin auf dem ehemaligen Bundeswehr-Materialdepot Rechlin-Nord. Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (4. v. l.) und
Vorort-Termin auf dem ehemaligen Bundeswehr-Materialdepot Rechlin-Nord. Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (4. v. l.) und Bauamtsleiter Reiko Tulke (3. v. l.) überzeugen sich mit weiteren Beteiligten vom Fortschritt der Dekontamination. Noch im Sommer waren dort Bunkerwände zu sehen. Miriam Brümmer
Jede Menge Beton in Gestalt vieler Bunkerwände und Fundamente waren hier vor wenigen Monaten noch zu sehen. Nun liegen hi
Jede Menge Beton in Gestalt vieler Bunkerwände und Fundamente waren hier vor wenigen Monaten noch zu sehen. Nun liegen hier viele Berge Recycling-Material, die auf ihre Wiederverwertung warten. Miriam Brümmer
Der Betonbrecher hat in Rechlin bisher 3 000 Kubikmeter Beton gebrochen.
Der Betonbrecher hat in Rechlin bisher 3 000 Kubikmeter Beton gebrochen. Miriam Brümmer
Abriss

Rechlin will Recycling-Beton von Bunkern für Straßensanierung nutzen

Die Beräumung des ehemaligen Militärgeländes bringt der Gemeinde jede Menge Schotter. Und der ist sehr willkommen.
Rechlin

Wenn es nach den Vorstellungen des Rechliner Bürgermeisters Wolf-Dieter Ringguth geht, könnten demnächst einige Straßen und Wege erneuert werden. Ein Teil des Materials liegt bereits tonnenweise auf dem Gelände ehemaligen Bundeswehrdepot in Rechlin-Nord. Auf dem Konversionsgelände leistet in diesen Tagen ein Betonbrecher ganze Arbeit, um Trümmer und Ruinen auf dem ehemaligen Militärareal zu beseitigen. Er schreddert den Beton der Fundamente und Bunker, welcher zum Teil noch aus den Kriegen des letzten Jahrhunderts stammt, kurz und klein. Der Betonbruch gehört zu den wichtigsten Recycling-Rohstoffen und kann sehr vielseitig wiederverwendet werden. Deshalb hatte sich die Gemeinde Rechlin bei den Vertragsverhandlungen mit Land und Bund zur Beräumung der ehemaligen Militärflächen gleich dafür eingesetzt, „dass alles anfallende Material, das aus dem Brecher kommt, der Gemeinde Rechlin gehört“, teilte der Bürgermeister mit.

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Hilfe der Landwirte gefragt

Damit soll Geld bei der Instandhaltung von Straßen und Versorgungswegen, die unter anderem zu den Wirtschaftsflächen der Landwirtschaftsbetriebe führen, gespart werden. „Wenn wir die Unterstützung der Landwirte bekommen, ist das auch leistbar für die Gemeinde, sonst wird es schwer“, sagte Bauamtsleiter Reiko Tulke.

Vorarbeiten mit der Baumsäge

Er weiß, dass Landwirte sich ohnehin für Straßen und Wege engagieren und Vorarbeiten für die Ausbesserung der Trassen leisten. So etwa Landwirt Jochen Mewes, der mit einer Baumsäge die Wege und Straßen von wild wachsenden Bäumen und Sträuchern befreien will. Mit der Baumsäge könne man horizontal und vertikal bis zu einer Höhe von vier Metern arbeiten. „Wir leihen uns die aus von der Firma Wallentin &Partner, weil wir keine eigene haben“, sagte der Landwirt. Davor spannt der Landwirt seinen Traktor, denn die Straßen sind zum Teil ziemlich unwegsam. Was die Baumsäge nicht schafft, muss von den Mitarbeitern des Bauhofes erledigt werden, hieß es. Die ersten Freischneide-Arbeiten könnten bereits in der kommenden Woche beginnen.

Viel Sanierungsbedarf

Ganz oben auf der Sanierungsprioritätenliste steht der Amalienhofer Weg hinter der Boeker Mühle. Der Waldweg ist sehr ausgefahren und in Teilen dicht bewachsen, wird aber gerne von Landwirtschaftsfahrzeugen genutzt, um die Boeker Straße zu schonen, weshalb die Sanierung sehr dringend ist. Doch auch die Boeker Straße rechts neben dem Gutshaus hat Sanierungsbedarf und soll im Herbst ausgebaut werden. Ein weiterer Sanierungsfall ist die ehemalige Reichsstraße. Sie führte einst nach Waren und steht ebenfalls auf der Liste für die Straßeninstandhaltung. Die Reichsstraße wird heute Panzerweg genannt und führt zu den Landwirtschaftsbetrieben. Auf allen genannten Wegen soll das Material aus Rechlin nach Möglichkeit als Unterbau eingesetzt werden.

Zertifizierung für möglichen Verkauf

Weil das Recycling-Material für den Straßenbau genutzt werden soll, ist es bereits zur Zertifizierung eingereicht, sagte der Bürgermeister bei einem Vorort-Termin. Für den reinen Wegebau sei eine Zertifizierung nicht zwingend nötig, doch wenn das Recycling-Material verkauft werden soll, sei das erforderlich. Inzwischen lagern nämlich 3 000 Kubikmeter auf dem Areal und es wird mehr werden, denn noch liegen viele Betonbruchstücke auf dem Gelände. Gut möglich, dass die Gemeinde den Betonschotter gar nicht allein verwerten kann. Da auch noch nicht alles Material geborgen wurde, wird der Brecher im Herbst wiederkommen müssen, um auch die letzten Reste zu zerkleinern.

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