Wolf-Dieter Ringguth (links) verabschiedete Kämmerer Matthias Mahnke, jedoch ohne beschlossenen Haushalt für dieses
Wolf-Dieter Ringguth (links) verabschiedete Kämmerer Matthias Mahnke, jedoch ohne beschlossenen Haushalt für dieses Jahr. Miriam Brümmer
Haushalt

Rechliner Finanzberatung wider Erwarten gekippt

Die Verwaltung hatte sich angestrengt, um den Haushalt beschließen zu können, bevor der Kämmerer eine neue Stelle antritt. Doch die Gemeindevertreter wollten es anders.
Rechlin

Die Gemeindevertreter Rechlins hatten ihre erste Sitzung des Jahres extra vorverlegt, um den Haushalt 2022 beschließen zu können, bevor Kämmerer Matthias Mahnke seine neue Stelle in Waren antritt. Es hätte also ein langer Abend für alle Beteiligten werden können. Doch schon nach nicht mal 15 Minuten war immerhin Schluss für den Finanzfachmann. Grund dafür war der Antrag, die Haushaltssatzung 2022 von der Tagesordnung zu nehmen. Hagen Kassanke von der „Wählergemeinschaft Bürger für Rechlin“ begründete seinen Antrag damit, dass die Reihenfolge eingehalten und der Haushaltsentwurf erst im zuständigen Ausschuss beraten werden solle, zumal es auch für den Haushalt 2021 viele Diskussionen gegeben habe.

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Einarbeitungszeit dauert zu lange

Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth bestätigte, dass der Vorgang tatsächlich sehr ungewöhnlich, aber der Tatsache geschuldet sei, dass der letzte Arbeitstag des Kämmerers bevorstünde. Die Sitzung sei im Wissen vorgezogen worden, dass ein neuer Kämmerer erst eingearbeitet werden müsse und dadurch erst im Juni oder noch später ein Haushalt für die Gemeinde vorliege. Nur aus diesem Grund hätte sich die Gemeinde in Absprache mit dem Amt für diesen Weg entschieden. Eine Alternative gäbe es nicht.

„Unsägliche Kraftanstrengung”

Daher hätten sich alle Beteiligten sehr ins Zeug gelegt: „Das war eine unsägliche Kraftanstrengung“ – sowohl in der Verwaltung als auch in der Gesellschafterversammlung der Tourismus- und Dienstleistungsgesellschaft Rechlin mbH, die eine hundertprozentige Tochter der Gemeinde ist und unter anderem die Sanierung des Gutshauses in Boek stemmt. Die Geschäftsführerin der Tourismus- und Dienstleistungsgesellschaft Petra Baartz gab auch zu bedenken, dass eine haushaltslose Zeit den Baustillstand der Sanierungsarbeiten am Gutshaus bedeute, wo die Arbeiten derzeit sehr gut liefen.

Auf alles vorbereitet

Auch Kämmerer Matthias Mahnke warb für die Beratung und den Beschluss des Haushaltsentwurfs, auch wenn das nicht der übliche Beratungsgang sei. Doch sei es wichtig, dass die Gemeinde handlungsfähig werde. Sonst könne sich die Prozedur bis in die Mitte des Jahres hinausziehen und sich auf so manches Fördergeschehen auswirken. „Ich bin bereit, alle Fragen zu beantworten und auf alles vorbereitet“, bot Mahnke in der Hoffnung an, das Thema noch am selben Abend abschließen zu können.

Konsequenzen für Schulumbau?

Würde der Haushalt nicht beschlossen, bedeute das Konsequenzen insbesondere bei dem Vorhaben des Schulumbaus, machte Ringguth deutlich. „Die Umsetzung ist dann schlicht nicht möglich. Das würde uns zeitlich erheblich zurückwerfen“, nannte der Bürgermeister ein wichtiges Beispiel. Selbst wenn der Haushalt beschlossen sei, müsse er noch in Teilen vom Landkreis genehmigt werden.

Am Ende folgten die Gemeindevertreter trotzdem mehrheitlich dem Antrag, den Haushalt wie gewohnt zu beraten, sodass Matthias Mahnke noch vor Beginn der Sitzung vom Bürgermeister mit Blumen und einer Flasche Wein verabschiedet wurde.

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