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100-Tage-Bilanz von „Müritz rundum“ fast rundum gut

Seit April gibt es das Gästeticket. Zeit für einen Rückblick und Ideen für die Zukunft. Andere Städte stehen schon Schlange und wollen auch mitmachen.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Den Fahrplan gibt es an der Haltestelle und natürlich auch im Internet. Im August soll sogar eine App kommen, die dann aktuell anzeigt, wann die Busse eintreffen. 
Den Fahrplan gibt es an der Haltestelle und natürlich auch im Internet. Im August soll sogar eine App kommen, die dann aktuell anzeigt, wann die Busse eintreffen. Ingmar Nehls
Waren.

Das Gästeticket „Müritz rundum“ hat Zahlen eingefahren, die bei den Beteiligten für Zufriedenheit sorgen. Seit dem 1. April dürfen alle Touristen, die in Waren, Klink, Röbel und Rechlin Kurtaxe zahlen, ohne weitere Kosten mit den regionalen Bussen fahren.

Die 100-Tage-Bilanz kann sich sehen lassen. Denn allein auf der National-Park-Linie zwischen Waren und Boek hat sich die Zahl der Mitfahrer im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Statt 11.000 waren 20.000 Gäste seit Anfang des Jahres auf dieser Strecke unterwegs, wie Torsten Grahn, Geschäftsführer der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) am Montag informierte. Auch zwischen Waren und Röbel hat sich die Zahl der Gäste durch das gefühlt kostenlose Fahren von 25.600 auf 32.000 gesteigert.

Schwachstellen sind schon ausgemacht

Auch die Röbeler fahren auf „Müritz rundum“ ab. Denn viele Urlauber, die in Waren übernachten, machen sich nach Röbel auf, um etwa die Therme zu besuchen, wie das Haus des Gastes informiert. Aber auch die Röbeler profitieren. Denn durch das Gästeticket wird ein Teil der Kosten für die Röbeler Innenstadtverbindung getragen. „Diesen Stadtverkehr hätte es sonst nicht gegeben“, sagt Torsten Grahn.

Damit „Müritz rundum“ rundum gut ist, muss aber noch an ein paar Schrauben gedreht werden. Eine Schwachstelle ist die begrenzte Kapazität der Fahrradanhänger. Zwar werden ab Ende Juli vier weitere Anhänger eingesetzt. Mehr als 16 Räder passen aber nicht darauf und größere Hänger können laut Torsten Grahn nicht hinter die Busse gespannt werden. An Himmelfahrt kam es so schon zu Engpässen. „Wir werden uns das erstmal angucken, abwarten, auswerten und dann nachsteuern“, sagt Bert Balke, Geschäftsführer vom Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte. Wann welche Busse wo genau abfahren, das können die Urlauber ab August in einer App sehen, die getestet wird.

Das Netz könnte erweitert werden

„Das Gästeticket ist ein guter Beitrag zum Klimaschutz. Nicht nur im Nationalpark wird der Verkehr beruhigt. Auch die Städte werden entlastet“, sagt Martin Kaiser vom Nationalparkamt Müritz. Kaiser hat sich von der Deutschen Bahn die Zahl der Ein-und Ausstiege am Bahnhof in Kratzeburg geben lassen. Von 2014 bis 2017 habe sich die Zahl verdoppelt, was Rückschlüsse zulässt, dass mehr Urlauber mit dem Zug anreisen.

Vielleicht wird aus „Müritz rundum“ bald „Seenplatte rundum“ oder „Mecklenburg rundum“, denn die nächsten Gemeinden stehen schon Schlange und wollen mitmachen, allen voran Plau und Malchow. Bert Balke vom Tourismusverband drückt aber etwas auf die Bremse, denn bevor die nächsten dazukommen, müsse man erst die jetzige Struktur optimieren.

 

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