Die Müritzer Forstämter registrierten nach dem letzten Sturm vermehrt Windwurf statt Windbruchs.
Die Müritzer Forstämter registrierten nach dem letzten Sturm vermehrt Windwurf statt Windbruchs. Jens Büttner
Baumschäden an der Müritz

10.000 Kubikmeter Holz fielen Orkan "Nadia" zum Opfer

Dutzende Bäume stürzten durch Orkantief „Nadia” in Müritzer Wäldern um. Ein erster Überblick zeigt, wie schlimm es wirklich ist.
Müritzregion

Das Angebot auf dem Holzmarkt vergrößert sich notgedrungen. Von Schäden durch das Sturmtief „Nadia“, das mit knapp 130 Stundenkilometern auch über die Müritz zog, blieben die Müritzer Forstämter nicht verschont. Rund 10 000 Kubikmeter Holz fielen dem Orkan zum Opfer.

Aber: „Wir hatten immer noch Glück“, sagte Thomas Kelterborn vom Forstamt Nossentiner/Schwinzer Heide. Nach aktuellem Stand wurden allein im Landeswald des Forstamtes durch Windwurf etwa 9000 Festmeter Holz gänzlich entwurzelt oder knickten um. Forstleute registrierten dabei mehr Windwurf als Windbruch. Dass es bei dieser vergleichbar geringeren Holzmenge geblieben ist, sei auch dem geringeren Fichtenanteil in den Wäldern geschuldet. Während der zurückliegenden Dürreperioden wurden etwa käferbefallene Fichtenbestände entfernt. „Von den 9000 Festmetern werden wir 5000 aufarbeiten“, so Kelterborn. Die betroffenen Bäume werden aus dem Wald geholt; die Stämme aufgearbeitet und letztlich verkauft. Etwa 4000 der 9000 Festmeter verbleiben allerdings im Wald und werden Totholz. Letzteres betrifft vor allem Bäume, die in unzugänglichen Waldbereichen liegen.

Vor allem Fichten, Buchen und Kiefern knickten um

Beim Thema Fichte erfolge allerdings eine hundertprozentige Aufarbeitung, so Kelterborn. Insgesamt 2640 der 9000 betroffenen Festmeter stammen von umgestürzten Bäumen in Fichtenbeständen. Durch die Ausdünnung der Bestände in den letzten Jahren böten diese Waldflächen nun größere Angriffsflächen für Wind und Wetter.

Große Sorgfalt beim Beräumen der Fichtenbestände lässt auch das benachbarte Forstamt Wredenhagen walten. „Umgeworfene Fichten bieten Brutmaterial für Borkenkäfer. Es ist ein hervorragendes Besiedlungsgebiet und dann befällt der Käfer umstehende Bäume“, zeichnete Forstamtsleiter Bernd Poeppel ein Szenario, das es nun zu vermeiden gilt. Deshalb würden umgeknickten Fichten konsequent aufgearbeitet. Denn sogar Kronen könnten bruttaugliches Material für den Borkenkäfer bieten. Allein etwa 500 Festmeter an Fichtenfläche müssen zeitnah im Landeswald des Forstamtes Wredenhagen beräumt und verkauft werden.

Nach einem ersten Überblick wird der Schaden vom Wredenhagener Forstamt durch Orkantief „Nadia“ auf etwa 1000 Festmeter im Landes- und weiteren rund 2000 Festmeter im Privat- und Kommunalwald geschätzt. Der Schwerpunkt der sturmgeschädigten Bäume lag laut Poeppel bei Fichten, Buchen und Kiefern.

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