GEFÄHRLICHER SPRENGSTOFF

2,2 Tonnen Munition aus Wald bei Lärz geborgen

In einem 23 Hektar großen Waldgebiet südlich der Müritz werden derzeit gefährliche Kriegsreste eingesammelt, entschärft und vernichtet. Dreimal schon musste vor Ort gesprengt werden.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Insgesamt 17 Gewehrpanzergranaten wie diese wurden im November und Dezember nahe Lärz gesprengt.
Insgesamt 17 Gewehrpanzergranaten wie diese wurden im November und Dezember nahe Lärz gesprengt. Georg Tiedt
Lärz.

Ein falscher Schritt könnte im Waldgebiet zwischen Krümmel und Lärz mit schweren Verletzungen oder gar dem Tod enden. Das dortige Areal nahe der Straße zwischen beiden Orten gilt seit einer Beprobung vor zwei Jahren als akut mit Munition belastet. Mitarbeiter einer Spezialfirma sind samt Bagger zum Bergen und Sprengen vor Ort. Keine Bomben, aber ansonsten finde sich dort alles mögliche, erklärt Georg Tiedt. Als Fachkundiger des Mirower Munitionsbergungsdienstes hat er die Beräumungsarbeiten in dem Waldgebiet nahe Lärz im Blick.

Einsatz noch bis Ende Januar

Seit dem 22. Oktober werde das Gebiet von den gefährlichen Resten befreit, vor allem solchen aus dem Zweiten Weltkrieg. „2,2 Tonnen Munition sind bereits geborgen worden“, erklärt Tiedt. Weiteres wird noch folgen. Immerhin erstrecken sich die Arbeiten voraussichtlich bis Ende Januar. Mit 19 Hektar haben Spezialisten den Großteil der insgesamt 23 Quadratmeter großen Fläche aber bereits durchgekämmt.

Unter den Funden finde sich alles, und das zum Teil bis zu 30 Zentimeter tief vergraben im Erdboden: Von Splittern bis hin zu halben oder ganzen Granaten. Mit einer Länge von zwei bis zu 15 Zentimetern. „Allein eine 15 Zentimeter lange Granate wiegt etwa 40 Kilogramm“, verweist er auf die metallenen Kriegsfunde mit ihrer Sprengkraft, derer sich angenommen werden muss, um Waldspaziergänger zu schützen.

Große Trichter zeugen von früheren Sprengversuchen

Bei Hartmut Lehmann, dem Lärzer Bürgermeister, sorgt die Menge an bereits gefundener Munition für ein mulmiges Gefühl. Schließlich weiß er, dass das Wäldchen für Spaziergänger und vor allem bei Pilzsammlern überaus beliebt ist.

Nicht in allen Fällen war das Aufgefundene – dazu gehörten neben Panzer- und Hohlladungsgranaten sogar Minen – transportfähig, um diese Kriegsüberbleibsel gezielt in einem Vernichtungslager endgültig zu beseitigen. Bei sogenannten Gewehrpanzergranaten sei ein Transport viel zu gefährlich.

Selbst Fachleute könnten dabei nicht mehr feststellen, ob es sich um scharfe Munition oder einen Blindgänger handele. Nahe Krümmel und Lärz hat sich mehr als ein Dutzend solcher Granaten angesammelt. Insgesamt 17 Exemplare, rechnet Tiedt zusammen. Sie waren bei drei Sprengungen in der Zeit vom 26. November bis 12. Dezember noch vor Ort entschärft worden.

 

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