LESERHILFSWERK

4000 Euro sichern Jugendarbeit des Warener THW

Die Jugend des Technischen Hilfswerkes Waren soll für Hilfe bei Einsatzlagen in Katastrophenfällen begeistert und angelernt werden. Ein großes Problem bereitet die Finanzierung der Jugendarbeit. Nordkurier-Leser helfen hier jetzt überaus großzügig.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Die stellvertretende Chefredakteurin Marion Richardt (rechts) und Rita Hidde vom Leserhilfswerk des Nordkurier haben die großzügige Spende vom Leserhilfswerk an den Chef der Warener THW-Jugend, Jens Becker, übergeben.
Die stellvertretende Chefredakteurin Marion Richardt (rechts) und Rita Hidde vom Leserhilfswerk des Nordkurier haben die großzügige Spende vom Leserhilfswerk an den Chef der Warener THW-Jugend, Jens Becker, übergeben. Nordkurier
Waren.

Die Leser des Nordkurier haben bei der THW-Jugendgruppe Waren für einen wahren Segen gesorgt – so intensiv, als fielen Weihnachten und Ostern auf denselben Tag. Jens Becker, der Chef der Jugendtruppe des Technischen Hilfswerkes, konnte jetzt einen symbolischen Scheck in Höhe von 4000 Euro vom Leserhilfswerk des Nordkurier entgegen nehmen.

Für das „Leser-Geschenk“ wurden bereits ein fünf mal sechs Meter großes Zelt sowie 20 Feldbetten angeschafft. „Für uns war das wirklich ein Sechser im Lotto“, richtet der seit 15 Jahren tätige Vereinschef stellvertretend für seine 35 Schützlinge und die vier weiteren Ausbilder einen riesigen Dankesgruß an das Leserhilfswerk.

Auf der Warteliste stehen zehn Namen

Ins neue sturmsichere Zelt passen bis zu 20 Menschen. Rund 3500 Euro hätte die THW-Jugend für solch eine Anschaffung selbst aufbringen müssen. Für den Verein wäre das unrealisierbar. Durch Zelt und Feldbetten können so auch noch mehr Jugendliche für die THW-Arbeit begeistert werden. Die Nachfrage ist nämlich so groß, dass bereits eine Warteliste existiert. Zehn Namen stehen darauf. Viele Eltern meldeten ihre Kinder nämlich schon mit sieben oder acht Jahren für die THW-Arbeit an. Bisher aber wurden meist nur Plätze frei, wenn die Ältesten in die aktive Gruppe überwechselten. Diese Übernahmequote sei gut und liege bei mindestens 75 Prozent.

Im Alter zwischen 9 und 18 Jahren

Zur THW-Jugend der Müritzstadt gehören derzeit sechs Mädchen und 29 Jungen im Alter von 9 bis 18 Jahren, die für die Hilfe in Katastrophenfällen ausgebildet werden. Beim Mindestalter bei der Jugendarbeit drückt Becker gern auch mal ein Auge zu. „Wir haben einige Neunjährige, die sind vom Kopf und Charakter schon wie Elfjährige“, lobt er deren Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein.

Becker und seine Ausbilder betreiben ihre Kinder- und Jugendarbeit schon im 24. Jahr. Großer Wert wird auf ein festes Teamgefüge gelegt. Das gelingt unter anderem mit der Teilnahme an Ferienlagern der Landes- oder Bundesjugend. Dann kommen sowohl das eigene Zelt als auch die zusätzlichen 20 Feldbetten zum Einsatz.

Großer Zusammenhalt in der Truppe

Jeden zweiten und vierten Samstag im Monat ruft der Jugendchef von 8.30 Uhr bis 16 Uhr zur Ausbildung. Die ist vielschichtig und beginnt bei der Vorbereitung auf die Erste-Hilfe-Prüfung und führt weiter zum sicheren Umgang mit Schere, Spreizer und Rettungsflex.

Becker, ein gelernter Kinder- und Jugenderzieher, schafft mit seinem Betreuerteam in der Truppe großen Zusammenhalt: „Daher ist für uns auch das gemeinsame Frühstücken und Mittagessen besonders wichtig. Dabei wird bereits die Ausbildung besprochen.“ Er verweist auf einen hohen Anteil von Kindern aus sozial schwachen Familien. Damit sich keiner außen vorgelassen fühlt, werde das Gemeinsame forciert. Zu den Früchten ihrer Arbeit gehöre, dass die Älteren bei den Treffen mit den Jüngeren für die Schule lernen, während die Kleineren die Größeren mit ihrem Feuer für die THW-Arbeit stets neu infizieren.

Mitgliedschaft ist kostenlos

Für die THW-Jugend ist die Mitgliedschaft kostenlos. Becker könnte Beiträge erheben, doch darauf verzichtet er bewusst. „Ich will von keinem Kind, das bereit ist, sich im Ehrenamt einzubringen, auch nur einen Cent“, betont er. Das hat jedoch zur Folge, dass jährlich rund 6000 Euro über Sponsoren akquiriert werden müssten. 400 Anträge auf Spenden schreibt Becker jedes Jahr für seine Schützlinge.

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