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750 Kacheln für Stadt-Geburtstag

Von unserem RedaktionsmitgliedSilke VoßNachdem das Christliche Jugenddorfwerk die Tür zur Alten Kacheltöpferei Waren hinter sich verschlossen hat, harrt ...

Von unserem Redaktionsmitglied
Silke Voß

Nachdem das Christliche Jugenddorfwerk die Tür zur Alten Kacheltöpferei Waren hinter sich verschlossen hat, harrt das Museum still einer Nutzung. Doch es gibt da eine Idee.

Waren.Viel zu sehen gibt es in der geschichtsträchtigen Alten Kacheltöpferei, in der der Warener Töpfer Julius Ernst Kalg 1905 seine Arbeit aufnahm.Schaubilder historischer Kachelöfen,die wie ein Fotoapparat, ein Dampfschiff oder wie eine Kaffeekanne aussehen sowie die Sammlung von über 50 Ofenkachelnaus anno dazumal zeigt dieser besondere, wenngleich abgelegene Ort am Kietz. Blickfang des Museums, das der Keramiker Franz Poppe aus der einstigen Töpferei gemacht hat, ist ein Barocker Fayenceofen mit Jagdmotiven.
Und das sollte nicht genutzt sein? „Jeder Mensch kann modellieren“, war einst das Credo des Keramikers, weshalb in die Töpferei bereits eine Hobbykeramikerin sowie das Christliche Jugenddorfwerk zur „Brauchtumspflege“ eingeladen hatte. Nachbarschafts-Befindlichkeiten wegen musste das Projekt aufgegeben werden, weshalb seit zwei Jahren hier nicht mehr munter gebrannt wird.
Eine Berliner Künstlerin, die in der Jugendkunstschule Haus Acht ein Kunstprojekt mit Migranten leitet, hatte nun eine originelle Idee: Zur 750-Jahrfeier Warens könne hier jeder, der mag, eine von insgesamt 750 Kacheln herstellen.
Doch wie das bewerkstelligen? Zum einen müsse man den Haushalt der Stadt noch abwarten, sagte Christine Bülow von der Stadtkultur. Zum anderen fehlten noch Partner: Schließlich müsse die Töpferei ständig besetzt sein, zudem sei sie nur bedingt zu beheizbar. Außerdem werde angestrebt, die Kacheltöpferei langlebiger als nur zur 750-Jahrfeier zu betreiben.
Das originelle 750-Kachel-Projekt indes muss nicht unbedingt sterben: Christiane Bastian von der Kunstschule versucht, es über ihr Projekt Soziokultur und damit das Land MV in Haus Acht zu finanzieren – es sei denn, die Stadt hat noch etwas dafür übrig.

Kontakt zur Autorin:
s.voss@nordkurier.de