Rechtsanwältin erschossen
80-Jähriger kommt wegen Mordes vor Gericht

Die Kerzen an ihrer Kanzlei hat jemand weggenommen. Vergessen ist die erschossene Rechtsanwältin in Waren aber längst nicht.
Die Kerzen an ihrer Kanzlei hat jemand weggenommen. Vergessen ist die erschossene Rechtsanwältin in Waren aber längst nicht.
Carina Göls

Der Mann soll die Anwältin im Februar mit drei Schüssen getötet haben. Bisher schweigt er zur Tat. Der Prozess beginnt am 31. Juli.

Ein halbes Jahr nach den tödlichen Schüssen auf eine Rechtsanwältin in Waren an der Müritz beginnt am 31. Juli der Prozess gegen den Tatverdächtigen. Dem 80 Jahre alten Mann wirft die Staatsanwaltschaft Mord vor, wie das Landgericht Neubrandenburg am Freitag mitteilte.

Der Rentner aus Waren hat nach Überzeugung der Anklagevertreter die 67-jährige Frau am 1. Februar, als sie allein im Anwaltsbüro war, mit drei Schüssen getötet und ist dann geflohen. Der Mann wurde nach Hinweisen aus dem Umfeld des Opfers und von Zeugen noch am Tatabend in seiner Wohnung festgenommen. Zuvor hatte die Polizei mit einem Großaufgebot nach ihm gesucht.

Urteil wird Ende August erwartet

Laut Staatsanwaltschaft wurden unter anderem Spuren des Opfers an der Kleidung des Tatverdächtigen gefunden. Der Mann soll sich bisher nicht zur Tat geäußert haben. Er hatte den Ermittlern aber aus der Untersuchungshaft heraus Hinweise zum Verbleib der Tatwaffe gegeben. Die Pistole war daraufhin auch gefunden worden.

Der Beschuldigte, die Anwältin und deren Mann kannten sich länger. Als Motiv für die Bluttat sieht die die Staatsanwaltschaft „langjährige vermögensrechtliche Auseinandersetzungen“ zwischen den Beteiligten. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage geplant, 18 Zeugen sind geladen. Auch der psychische Zustand des Beschuldigten soll erörtert werden. Ein Urteil wird frühestens Ende August erwartet.

Kommentare (1)

Auch wenn die Anklage in der Sache, möglicherweise richtig sein könnte. So kann sich die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, vorneweg Oberstaatanwalt Gerd Zeisler nicht mit Lorbeeren schmücken. Vielleicht sollte man wirklich grundlegend ergründen, warum Menschen so derartig "ausrasten" das sie nur noch diesen Weg haben. Liegt es nicht auch daran, das sich Juristen, incl. dem Meinungszensor Oberstaatsanwalt Zeisler und seine Kollegen im Justizbereich aufführen wie Halbgötter in Schwarz, die sich immer im Recht sehen, teilweise Anwälte die bereits verurteilt wurden, schon wieder vor Gericht sitzt immer noch praktizieren darf? Damit meine ich nicht das Mordopfer. Man stelle sich nur vor ein Arzt oder ein Apotheker würden etwaige Vorwürfe gemacht, würden veurteilt werden - diese Berufsgruppen dürften niewieder in ihrem Beruf arbeiten, oder bekämen eine Sperre durch die Halbgötter in Schwarz. Komischer Weise , gravierende Fehlurteile durch Richter, falsche Anklagen durch Staatsanwälte, Missbrauch des Verfolgungsmonopols des Staates durch übereifrige Polizisten, haben grundsätzlich keine Entfernung aus dem Dienst oder Sperre zur Folge, das ist dann alles "Notwehr". Wie Gewerkschaften der Polizei, Staatsanwälte und Minister 10 Minuten nach einem Vorfall vor die Presse treten und vorab urteilen. Freilich hat man mit 80 Jahren keinen Freibrief für alles. Selbstverständlich müssen Straftaten auch von 80 jährigen verfolgt und zur Anklage kommen, nur das man sich offenbar hier brüstet mit einer Mordanklage, da kann man nur sagen, das die Staatsanwaltschaft NEubrandenburg sich schämen soll, sich mit diesen Meldungen zu profilieren. Andere Tatbestände werden halbherzig verfolgt, oder mangels öffentlichen Interesse eingestellt, selbst wenn eine Person massiv verletzt wurde, da sieht man als Staatsanwalt kein öffentliches Interesse, will sich aber als "harter Rechtsstaat" sehen, wenn man einen 80 jährigen nun durch die Gerichte und die folgende Haftstrafe, die zweifelsohne folgen wird, da es ja im "Kollegenbereich" geschah, da stehen ja die Urteile schon im Vornhinein fest - insofern wird der Prozess am Landgericht ohnehin nur eine mediale Farce sein - regelrecht in seinen letzten Lebensjahren noch drangsaliert. Andere Verbrecher gehen lachend und hämisch die Justiz beschimpfend aus dem Gerichtssaal heraus, andere dürfen machen was sie wollen, eine berufliche Folgen zieht selbst eine Verurteilung nicht nach sich und wieder andere müssen aus der U-Haft entlassen werden, weil die U-Haft zu lange gedauert hatte. Dann wundern sich die Staatsorgane, das die Menschen kein Vertrauen in diese Weichspüljustiz mehr haben.