GAULAND IN WAREN

▶ AfD-Parteitag: Draußen Demo, drinnen aufgeheizte Stimmung

In Waren findet der 15. Landesparteitag der AfD Mecklenburg-Vorpommern statt. Als Gastredner ist Alexander Gauland vor Ort. Im Vorfeld demonstrierten mehr als 100 Warener gegen die Veranstaltung.
Philipp Schulz Philipp Schulz
Natalie Meiner Natalie Meiner
dpa
Alexander Gauland in Waren.
Alexander Gauland in Waren. Philipp Schulz
Protest in Waren.
Protest in Waren. Petra Konermann
Protest in Waren.
Protest in Waren. Petra Konermann
Waren.

Bereits im Vorfeld des AfD-Parteitages war klar, dass sich in der Bevölkerung Protest regen würde. Am Samstag fanden sich laut Polizeiangaben 120 Gegendemonstranten vor dem Bürgersaal in Waren ein, um gegen die Partei zu protestieren. Laut der Organisatoren kamen 150 Menschen zu den Protesten.

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Organisatoren waren junge Warener, die durch die Linke und das Bündnis Waren Nazifrei unterstützt. Mit Plakaten und Sprechchören machten sie ihren Unmut gegen die AfD klar. Laut Polizei blieb der Protest durchweg friedlich, nur zwischenzeitlich kam es zu Provokationen und Beleidigungen der Teilnehmer des Parteitags und den Demonstranten.

 

Aufgeheizte Stimmung im Bürgersaal

Im Bürgersaal ist die Stimmung derweil als aufgeheizt zu beschreiben, es gab bereits Wortgefechte zwischen einzelnen AfD-Mitgliedern. Die AfD Mecklenburg-Vorpommern möchte einen neuen Vorstand wählen. Nachdem die AfD bei den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen große Erfolge verbuchen konnte, wird damit gerechnet, dass der völkisch-nationale Flügel auch in Waren/Müritz offensiv auftreten wird.

Auch der jüngst aus der Partei ausgeschlossene frühere AfD-Co-Landesvorsitzende Dennis Augustin ist nach Waren gekommen. Er wurde als stellvertretender Sitzungsleiter vorgeschlagen - darf er aber nicht sein, da er nicht mehr in der Partei ist.

Er war aus der Partei ausgeschlossen worden, weil er seine Mitgliedschaft bei der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten beim Eintritt in die AfD verschwiegen haben soll - wie der Nordkurier aufgedeckte. Für Augustin gibt es dafür keine Beweise. Als weiterer Gast des Parteitages sitzt Holger Arppe direkt hinter Augustin im Bürgersaal.

Mehrere Abstimmungsversuche gegen Holm

Bei den Abstimmungen über vier unterschiedliche Anträge zu Satzungsänderungen wurde ein erbitterter Richtungsstreit besonders deutlich. Dort wurde unter anderem vorgeschlagen, dass Bundes- und Landtagsmitglieder zusätzlich kein führendes Amt im Landesverband haben dürfen.

Damit dürfte der komplette aktuelle Landesvorstand, der ausschließlich aus Mandatsträgern besteht, nicht erneut antreten. Auch nicht die beiden Bundestagsmitglieder Leif-Erik Holm und Enrico Komning, denen einige Anwesende vorwarfen, sich nur auf ihren Diäten auszuruhen.

Besonders die Kreisverbände Vorpommern-Rügen, Rostock und Südwestmecklenburg schossen scharf gegen die als eher moderat geltenden Vorstandsmitglieder um Holm. Die Anträge, die fast einem Putschversuch gleichkamen, wurden jedoch alle abgelehnt.

Leif-Erik Holm weiterhin Landessprecher

Bei der Vorstandswahl wollte sich der bisherige Vorstandssprecher und Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm wieder zur Wahl stellen. Als seinen Co-Sprecher hatte er den Schweriner Kommunalpolitiker Hagen Brauer vorschlagen.

Tatsächlich wurde Leif-Erik Holm mit 187 von 282 gültigen Stimmen zum ersten Landessprecher gewählt. Sein Gegenkandidat, der Greifswalder Thomas Kerl, erhielt nur 80 Stimmen. Zum 2. Sprecher wurde der Schweriner Hagen Brauer mit einer knappen Mehrheit vor Ralph Weber gewählt.

Sobald es neue Informationen vom AfD-Parteitag in Waren gibt, wird dieser Artikel aktualisiert.

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