VEREIN WEHRT SICH

AfD-Plakat sorgt für großen Ärger in Malchow

Ein Plakat, das für einen „Bürgerdialog” der AfD wirbt, hat in Malchow heftige Reaktionen ausgelöst. Denn nicht die Partei ist auf den ersten Blick als Veransalter zu erkennen, sondern man könnte denken, ein bekannter Malchower Verein hat dafür den Hut auf.
Petra Konermann Petra Konermann
Vor der Malchower Fleesenseeschule hängen die umstrittenen AFD-Plakate.
Vor der Malchower Fleesenseeschule hängen die umstrittenen AFD-Plakate. Petra Konermann
Auch in der Straße der Jugend oder auch am Malchower Bushalteplatz sind die Plakate zu finden.
Auch in der Straße der Jugend oder auch am Malchower Bushalteplatz sind die Plakate zu finden. Petra Konermann
Malchow.

Seit Sonntag prangen in der Inselstadt die Plakate, mit denen die AfD einen „Bürgerdialog“ in Malchow ankündigt, der an diesem Mittwoch im Haus des Gastes „Werleburg“ stattfinden soll. Doch die Ankündigung sorgte schnell für einige Diskussionen in der Stadt.

Daniel Finn, Geschäftsführer des Kultur- und Sportringes „Regenbogen“ e. V., verwahrt sich gegen den Anschein, der nicht nur seiner Meinung nach auf diesen Plakaten erweckt wird. Denn die Gestaltung könnte den Schluss zulassen, der Kultur- und Sportring, der auch die „Werleburg“ bewirtschaftet, sei Veranstalter des „Bürgerdialogs“.

„Ich bin über diesen Zusammenhang, der auf diesen Plakaten suggeriert wird, sehr verärgert. Wir sind nicht der Veranstalter dieser Parteiveranstaltung, das will ich ausdrücklich klar stellen. Wir sind ein Verein, der die Kultur und die Vereine in der Stadt unterstützt, nicht aber Parteien“, unterstrich Finn im Gespräch mit dem Nordkurier.

Der Kultur- und Sportring habe zunächst erwogen, rechtliche Schritte gegen diese Plakatierung vorzunehmen, „aber auf Grund der Kürze der Zeit hätten wir damit kaum Erfolg gehabt“, so Daniel Finn weiter. Umso wichtiger ist ihm, klar zu machen, dass „unser Verein sich nicht für politische Zwecke missbrauchen lässt“, sagte Finn.

Diskussion über neue Plakatierungsverordnung

Politisch bewerten möchte Malchows Stadtpräsident Rickert Reeps die AfD-Plakate nicht, er hält jedoch die Art und Weise, wie hier der Kultur- und Sportring mit der AfD-Veranstaltung in Zusammenhang gebracht wird, für problematisch. „Es ist richtig, wenn sich der Verein dagegen zur Wehr setzt“, sagte Reeps dem Nordkurier.

Generell aber wolle man sich in der Stadtvertretung Malchow über die Plakatierungsverordnung in der Inselstadt neu Gedanken machen. Gerade habe das Präsidium der Stadtvertretung getagt und auch die Parteienplakatierung in Malchow thematisiert, so Reeps. Das aktuelle Veranstaltungsplakat der AfD sei aber nicht der alleinige Grund für diese Beratung gewesen, unterstrich Reeps. Derzeit lasse die Verordnung, gerade auch was die Parteienplakatierung außerhalb von Wahlkampfzeiten betrifft, weiten Spielraum zu, machte der Stadtpräsident deutlich. „Wir werden in der Stadtvertretung zeitnah einen Dialog über die Neufassung der Plakatierungsverordnung führen“, kündigte Reeps an.

AfD-Mann Müller: Plakat-Gestaltung „nicht ganz glücklich”

Frank Müller, Mitglied im AfD-Kreisvorstand Seenplatte und AfD-Fraktionsvorsitzender in der Warener Stadtvertretung, hat mit dem Plakat zur Parteiveranstaltung in Malchow kein Problem. „Ich sehe nicht, wie man hier die AfD mit dem Kultur- und Sportring verwechseln kann. Man erkennt unsere Parteimitglieder, man sieht unser Partei-Logo, es wurden unsere Partei-Farben verwendet, es wird deutlich, dass es eine AfD-Veranstaltung ist“, erklärte Müller auf Nachfrage. Gleichwohl räumt der Warener ein, der die Plakate in Malchow selbst mit aufgehängt hat, dass die Gestaltung des Plakates vielleicht nicht ganz „glücklich“ sei.

Elke-Annette Schmidt, Vorsitzende der Linken-Fraktion in der Malchower Stadtvertretung, machte deutlich, dass der Kultur- und Sportring gut daran tue, sich gegen eine Instrumentalisierung der AfD zur Wehr zu setzen. „Ich sage ganz deutlich, dass ich so eine Veranstaltung bei uns in Malchow nicht möchte. Wir müssen uns inhaltlich mit dieser Partei auseinandersetzen“, erklärte sie.

Monika Göpper von der Fraktion der Grünen in der Stadtvertretung bezieht ebenfalls Stellung: „Ich finde es richtig und wichtig, dass der Kultur- und Sportring seine Position klar macht.“ Auch sie sagt ihre Meinung zu dem umstrittenen AfD-Plakat: „Ich bin dafür, dass es außerhalb von Wahlkampfzeiten in Malchow überhaupt keine Plakatierungen von Parteien gibt.“

 

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