Feuerwehr

Alarm beim Floriansgottesdienst in Waren

Florian ist der Schutzpatron der Brandbekämpfer. Und um ihn drehte sich alles in der Warener Marienkirche.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Etwa 200 Feuerwehrleute haben in der Warener Marienkirche am Gottesdienst teilgenommen. Unter den Gästen war auch Landes-Innenminister Lorenz Caffier (rechts).
Etwa 200 Feuerwehrleute haben in der Warener Marienkirche am Gottesdienst teilgenommen. Unter den Gästen war auch Landes-Innenminister Lorenz Caffier (rechts). Susann Salzmann
Zum Floriansgottesdienst spielte der Mirower Feuerwehrmusikzug.
Zum Floriansgottesdienst spielte der Mirower Feuerwehrmusikzug. Susann Salzmann
Zum Floriansgottesdienst führten Fahnenträger und Kreisfeuerwehrverband in die Kirche.
Zum Floriansgottesdienst führten Fahnenträger und Kreisfeuerwehrverband in die Kirche. Susann Salzmann
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Waren.

Gut 200 Feuerwehrleute haben am 12. Floriansgottesdienst in der Warener Marienkirche teilgenommen. Gleich zu Beginn hallte drei Mal der durchdringende Sirenen-Ton durch die Reihen. Üblicherweise ruft der die Brandbekämpfer zum Einsatz. Die Feuerwehrleute in der Kirche aber rührten sich nicht vom Fleck. Denn diesmal hatte die Sirene ihnen zu Ehren ihren Dienst verrichtet. Immer, wenn sie oder vor allem die Pieper oder Handys Alarm signalisieren, laufen ehrenamtliche Brandbekämpfer los. Sie riskieren Kopf und Kragen, um andere zu retten. Und während die Einsatzkräfte sozusagen Schutzpatronen der Hilfesuchenden sind, haben die Feuerwehrkameraden auch noch ihren eigenen: Florian. Ihm war der Gottesdienst gewidmet. Zum zwölften Mal schon.

Minister lobt Zuverlässigkeit der Feuerwehrleute

Freie Sitzplätze waren übrigens rar in der St. Marienkirche. Zu den Besuchern zählte zudem Landes-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) – der oberste Chef für die Einsatzkräfte. Zwar kam er mit leeren Händen, dafür allerdings schwärmte er leidenschaftlich vom Markenzeichen der Brandbekämpfer: „Sie punkten mit Zuverlässigkeit, Professionalität und sind zu allem bereit“, betonte der Minister. Heute ist der Name des Schutzpatrons ein Hinweis auf den feuerwehrlichen Funkverkehr. Damals, im vierten Jahrhundert, starb Florian, weil er sich für seine christlichen Glaubensbrüder starkmachen wollte. Ihm wurde ein Mühlstein um den Hals gebunden, bevor er in einen Fluss geworfen worden sein soll.

Aber zurück zur Gegenwart: In der Müritzregion helfen Hunderte Einsatzkräfte in Notfällen. Einer davon ist Martin Skala von der Kargower Wehr. Seit 24 Jahren steht er parat, wenn er über Pieper und Handy zu Einsätzen gerufen wird. Manchmal sogar zu so schlimmen Unfällen, die sich nur schwer verarbeiten lassen. Diese Schockmomente „darf man nicht in sich hineinfressen, sondern muss mit seinen Kameraden darüber sprechen“.

Mehr Respekt gewünscht

Victoria Stoll hat ihm zugestimmt. Seit zehn Jahren gehört sie zur Plastener Wehr. Beim Gottesdienst aber wurde sie wie alle anderen noch einmal daran erinnert, wofür es sich lohne, im übertragenen Sinne für andere durchs Feuer zu gehen.

Wie brenzlig ein Einsatz ist, werde den Mitgliedern eigentlich meist im Nachhinein richtig bewusst, erzählte Uwe Henning, Gemeindewehrleiter im Amt Penzliner Land. „Etwa, wenn Gasflaschen sich nahe eines Brandherdes befinden“, verwies er auf Löscheinsätze bei Küchenbränden, die aber bisher für den seit 1984 aktiven Feuerwehrmann immer glimpflich abliefen. Das, was besser laufen könnte, ließ Norbert Rieger, Chef des Feuerwehrverbandes, nicht unerwähnt: Mehr Respekt vonseiten der Gesellschaft.