Landtagswahl 2021

Alle Kandidaten haben Wahlplakate – außer diesem CDU-Mann

Statt voll in die Offensive zu gehen, verzichtet der CDU-Kandidat Enrico Malow auf Sichtbarkeit. Das irritiert seine Mitbewerber – und sogar die eigene Partei.
An einigen Masten ist schon kein Platz mehr.
An einigen Masten ist schon kein Platz mehr. Miriam Brümmer
Waren

Auffallen durch Abtauchen? Das ist die Strategie, auf die offenbar der CDU-Landtagskandidat Enrico Malow beim Wahlkampf im Wahlkreis 20 setzt. Denn während sich die Masten von Tag zu Tag mit Gesichtern fast aller Kandidaten füllen, fehlt der Bürgermeister aus Grabowhöfe. Und das, sagt Malow, wird auch noch bis zum 26. September so bleiben.

Enrico Malow verzichtet auf Plakate, wie er dem Nordkurier sagte. „Ich möchte einen anderen Wahlkampf machen. Ruhig und sachlich. Plakate sind nicht mein Ding. Das möchte ich nicht“, sagte Malow. Keine Werbung könne schließlich auch Werbung sein.

Bei den Christdemokraten an der Müritz selbst stößt das auf wenig Begeisterung und Verständnis, wie der Nordkurier aus CDU-Kreisen weiß. „Es stimmt, das gefällt nicht jedem. Aber die Partei wusste, dass ich das so machen möchte. Es ist ein Experiment. Ob top oder flop, wird sich zeigen. Es kann der Schlüssel zum Erfolg sein und wenn es nicht reicht, trage auch ich die Verantwortung. Der beste wird gewinnen und wenn für mich alles so bleibt, kann ich damit auch leben“, so Malow.

Plakate wenig effektiv

Auch anderen Formaten gab Malow eine Abfuhr. So sucht man ihn vergeblich beim „NDR Kandidat:innen-Check“. Dort nicht mitzumachen, sei ebenfalls eine persönliche Entscheidung, hieß es von Malow. Eine Erklärung, warum er sich dem Format verweigert und seine potenziellen Wähler auf diesem Weg nicht informieren möchte, gab er nicht. „Ich werde auch nicht von Haus zu Haus laufen“, sagt Enrico Malow. Alle Haushalte hätten einen Flyer bekommen, und wer Interesse habe, könne sich bei ihm melden.

Angesprochen auf Enrico Malows Auslegung von Wahlkampf, drückte sich Warens CDU-Stadtchef Christian Holz diplomatisch aus. „Was der Kandidat macht, ist seine Entscheidung. Als Partei unterstützen wir die Kampagne im Rahmen unserer Möglichkeiten“, sagte Holz, der im vergangenen Jahr für die CDU bei der Bürgermeisterwahl kandidierte und selbst auf Plakate setzte. Empirisch sei es nachgewiesen, dass Plakate den geringsten Effekt auf den Wähler hätten, sagte Holz. Als einziger nicht zu plakatieren, sei zumindest auffällig. Am meisten Zuspruch bekäme man durch persönliche Gespräche. Dafür müsse man aber auf den Wähler zugehen, statt nur ein Gesprächsangebot zu unterbreiten, sagte Holz.

Beim Nordkurier-Forum ist Malow dabei

Immerhin: Dem Nordkurier-Kandidatenforum am Donnerstag um 18 Uhr auf der Warener Freilichtbühne hat der CDU-Direktkandidat keinen Korb gegeben. Dort wird sich Enrico Malow gemeinsam mit seinen Mitbewerbern Nadine Julitz (SPD), Erem Bischoff (Bündnis 90 /Die Grünen), Elke-Annette Schmidt (Die Linke), Michael Weber (FDP), Thomas de Jesus Fernandes (AfD) und Jörg Krüger (Freie Wähler) den Fragen der Gäste stellen. Der Fotograf Mirko Runge (Die Basis) ist beruflich verhindert und könne nicht kommen, wie er am Montag mitteilte.

Die Veranstaltung ist das erste und einzige direkte Aufeinandertreffen der Kandidaten. Dabei sollen vor allem die Fragen der Bürger einen großen Raum bekommen. Das Format wird von der Europäischen Akademie über die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Waren mit dem Kooperationspartner Mediengruppe Nordkurier und dem Regionalzentrum für demokratische Kultur MSE des CJD Nord veranstaltet.

Das Kandidatenforum

Bei den Themen können die Leser mitbestimmen und vorab gern eine Frage an die Redaktion an die E-Mail-Adresse: [email protected] schicken. Auch vor Ort werden Kärtchen verteilt und Publikumsfragen gesammelt. Aufgrund der geltenden Vorschriften können an der Veranstaltung nur diejenigen teilnehmen, die sich vorab online angemeldet haben unter der Internet-Adresse: tinyurl.com/mueritzforum. Die Sitzplätze können frei gewählt werden, der Einlass beginnt um 17 Uhr. Das Tragen einer Maske ist nicht erforderlich.

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Kommentare (5)

Das nenne ich Vorbildlich für die Umwelt, denn jetzt werden diese Sinnlosen Plakate nicht abgerissen und in der Natur verteilt. Wer aufmerksam ist findet auch jetzt noch Plakate von 2017 an Wegesrändern zerstört und zerschnitten. Und wer schaut sie sich schon an, diese immer gleich grinsenden Gesichter, die uns alles auf den Plakaten versprechen und es doch nicht halten, weil sie schon Minuten nach der Wahl sich an die Botschaften der Plakate und Parteiprogramme nicht mehr erinnern können. Durch Fraktionszwang wird jede demokratische Abstimmung zur Farce und die Sinnvollen Eingaben einer anderen Partei abgelehnt, weil dem Abgeordneten, der uns so nett angelächelt hat, das denken verboten ist. Denken tut Mutti...zur Zeit sogar für uns alle mit Verboten und Vermummung, auch für uns alle.......

Bei uns haben sie die Plakate mit dem Diesel Passat (neustes Modell) zur Laterne gefahren und die gesamte Straße damit zugepflastert.
Manche sind eben doch gleicher.

Afd ist gegen Ausländer, Homosexuelle und für ein traditionelles Famillienbild.
Weidel, die Chefin der afd, ist homosexuell, mit einer Migrantin leiert, hat ihren Wohnsitz im Ausland (schweiz) wohin sie deutsches Geld schafft und hat mit ihrer Homosexuellen Migrantinfreundin ein Kind adoptiert.
Tja manche sind eben gleicher!

Ich mag die Weidel nicht so. Der Kommentar macht sie mir aber fast sympatisch.Daß sie deutsches Geld in die Schweiz schafft wuste ich nicht. Bisher dachte ich immer,es wäre umgekehrt gewesen und sie hätte illegale Wahlkampfspenden aus der Schweiz nach Deutschland verschoben.Vieleicht waren es ja sogar ehemaliges SED-Vermögen? Alles hängt doch mit allem zusammen, wir wissen doch wie es läuft. Ich versuchs dann doch mal mit der AfD. Danke für die Aufklärung.

👌👌👍