TODESFALL SARAH H.

Alt-Rehse-Prozess nach Tod des Ex-Partners eingestellt

Erst wurde Axel-Ingo G. wegen des Todes seiner Ex-Partnerin zu fünf Jahren Haft verurteilt, später wurde daraus eine Geldstrafe. Zu einer Revision des Falles vor dem Bundesgerichtshof kommt es nun nicht mehr.
dpa
Axel-Ingo G. war in erster Instanz 2017 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft, in zweiter Instan
Axel-Ingo G. war in erster Instanz 2017 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft, in zweiter Instanz nur zu einer Geldstrafe wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung verurteilt worden. Stefan Sauer
Neubrandenburg.

Viereinhalb Jahre nach dem Tod von Sarah H. aus Rheinland-Pfalz, die in Alt Rehse ums Leben kam, ist der Rechtsstreit um die strafrechtlichen Folgen endgültig beendet. Wie ein Sprecher des Landgerichtes Neubrandenburg am Montag erklärte, wurde das Verfahren gegen den damaligen Lebensgefährten Axel-Ingo G., der im September bei einem Brand ums Leben gekommen war, eingestellt. Damit muss auch der Bundesgerichtshof nicht mehr über die Revision der Staatsanwaltschaft gegen das nach deren Ansicht zu milde letzte Urteil des Landgerichtes im Juni 2020 gegen den Mann entscheiden.

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Der 55-Jährige war in erster Instanz 2017 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft, in zweiter Instanz nur zu einer Geldstrafe wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung verurteilt worden.

Axel-Ingo G. starb nach Brand in Neustrelitz

Polizisten hatten die Leiche der damals 32-jährigen Lebensgefährtin im August 2016 – halb verwest – im Haus von Axel-Ingo G. in Alt Rehse gefunden, als sie wegen Ruhestörung gerufen worden waren. Die Frau war zuvor aus Rheinland-Pfalz nach Alt Rehse gezogen. Der Mann hatte den Beamten erzählt, dass er die Frau an ein Bett gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt habe, weil sie „vom BND und von der Dorfbevölkerung auf ihn angesetzt war.” Die Frau starb nach Ansicht von Rechtsmedizinern, weil sie nichts zu Essen und Trinken bekam.

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Axel-Ingo G. hatte im September laut Polizei in Neustrelitz für eine Gasverpuffung und einen Brand in seiner Wohnung gesorgt. Dabei war er an den Folgen der schweren Verletzungen gestorben. Mit dem „Einstellungsbeschluss” legte das Landgericht auch fest, dass den Angehörigen keine Haftentschädigung mehr zusteht, obwohl der Mann knapp zweieinhalb Jahre in U-Haft war.

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