Gastronomie zu Halloween

Alte Burg ohne Restaurant – will denn hier niemand kochen?

Seit einem Jahr gibt es auf der Penzliner Burg keine Gastronomie mehr. Die Stadt als Verpächter hofft weiter und verspricht: Viele Vorgaben will man den Neuen nicht machen.
Die Penzliner Burg lockt viele Gäste an. Da wäre ein Restaurant bestimmt bei vielen ein willkommenes Angebot.
Die Penzliner Burg lockt viele Gäste an. Da wäre ein Restaurant bestimmt bei vielen ein willkommenes Angebot. Archiv
Swetlana Hoyer und ihr Koch Bernd Hoffmann gaben das Burgrestaurant Ende 2020 auf. Ein Nachfolger fehlt nach wie vor.
Swetlana Hoyer und ihr Koch Bernd Hoffmann gaben das Burgrestaurant Ende 2020 auf. Ein Nachfolger fehlt nach wie vor. Susann Salzmann
Penzlin

Die Penzliner Burg mit ihrem Museum ist ein zauberhafter Anziehungspunkt für Ausflügler und Urlauber, doch fehlt dort nach wie vor ein Gastronom mit Ideen und ernsthaftem Interesse. Die Tür zum Burgrestaurant, das unweit von Hexenverlies, Folterkammer und Schwarzküche der geschichtsträchtigen Burg liegt, ist seit dem 1. Januar 2021 geschlossen. Ein Nachfolger für die früheren Pächter ist nach wie vor nicht in Sicht. Immer noch nicht, wie Penzlins Stadtchef Sven Flechner (parteilos) nach knapp einem Jahr Leerstand auf Nachfrage sagte.

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Dabei bildet das Burgensemble mit dem Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung sowie Gastronomie eine touristische Einheit, die im Jahr zwischen 17.000 und 20.000 Gästen anlockt. Zum Jahresende 2020 gab die letzte Pächterin Swetlana Hoyer das Geschäft nach achteinhalb Jahren auf. Ihre Aufgabe begründete sie nicht nur mit dem Corona-Lockdown, sondern insbesondere mit der äußerst schwierigen Herausforderung, Fachkräfte für Küchen- und Servicebereich zu finden.

Wenig Vorschriften für Bewerber

„Es gab durchaus sehr interessierte Bewerber, die sich dann am Ende aber doch nicht durchringen konnten“, verwies Bürgermeister Flechner auf potenzielle Pächter, die mehrfach aus der Region, aber auch aus Brandenburg kamen. Zuletzt zeigte die Pandemie, wie schnell ein Arbeitsverbot in der Gastronomie existenzbedrohende Situationen verursachen kann.

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Die Stadt macht einem neuen Bewerber wenig Vorschriften. Zwar verfügt das Restaurant mit Biergartenfläche über eine rustikale Ausstattung. Die Idee eines rustikalen Burgrestaurants aber müsse nicht zwangsläufig übernommen werden, hieß es von der Stadt. Vielmehr komme es auf ein schlüssiges Gesamtkonzept an.

Achter Wechsel seit der Wende

Und auch die Pacht ist derart niedrig, dass sie in der weiteren Umgebung ihresgleichen sucht. Der Startpreis pro Quadratmeter liegt nach Angaben der Stadt bei 1,50 Euro und steige mit den Jahren auf maximal 4,50 Euro an. Klar ist, dass Penzlin „unbedingt eine Speisegaststätte braucht“, so Flechner. Durch die touristisch positive Entwicklung sieht er eine stabile Nachfrage.

In den vergangenen Jahren kamen Gäste verstärkt in die Region. Verantwortlich dafür seien mit dem Johann-Heinrich-Voß-Literaturmuseum in Penzlin und dem Schliemann-Museum Ankershagen wohl weitere museale Angebote sowie die Campingplätze im Umland, das Urlauberdomizil in Alt Rehse sowie die Urlaubsangebote in den Kugelhäusern von Wustrow – all das lässt die Nachfrage an gastronomischer Versorgung steigen. Findet sich ein neuer Pächter, wäre das der achte Pächterwechsel seit der Wende.

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